Schnell füllte sich das lauschige Plätzchen am Pfaffensteg in Hottingen am Sonntagvormittag. Das Wetter meinte es gut mit dem Eröffnungsfest anlässlich der Veranstaltungen zur 600-Jahrfeier des Rickenbacher Teilortes, das die Hottinger Abteilung der Feuerwehr bestritt, unterstützt durch die Kaffeestube des Frauenkreises.
Die Blechmeisen stimmten die Gäste mit Egerländer Musik ein, bevor die Reden von Gesamtkommandant Bernhard Portele und Bürgermeisterstellvertreter Hubert Strittmatter sowie der Fassanstich den Auftakt markierten. Portele erinnerte daran, dass auf Initiative des Musikvereins „Waldeslust“ Hottingen sich im vergangenen Herbst die Vereinsvorstände zusammengesetzt und über die Idee einer Feier des Jubiläums diskutiert hatten.
Im Festausschuss vertreten sind, so Portele, neben Musikverein und Feuerwehr der Frauenkreis, der Kindergarten, die Motorradfreunde, der Museumsverein sowie die Gemeinde. Portele kündigte als nächste Veranstaltung in der Reihe das Suserfest des Frauenkreises am 14. Oktober in der Halle an, bei dem als spezielles Highlight am Nachmittag der Kindergarten die Geschichte Hottingens nachspielen wird.
Eine Woche später wird dann das Oktoberfest der Motorradfreunde in der Gemeindehalle ebenfalls im Zeichen der 600-Jahr-Feier stehen, und am 5. Januar 2013 hat das Organisationsgremium der Jubiläumsfeierlichkeiten um 19 Uhr einen Neujahrsempfang angesetzt. Portele kündigte außerdem noch den Dorfhock der Feuerwehr im Juni des kommenden Jahres an, der in Form einer Abschlussveranstaltung zusammen mit einem Naturparkmarkt beim Energiemuseum angedacht ist.
Nach einem ersten Mitklatschtitel der Blechmeisen, der bei den Gästen, unter denen sich etliche befreundete Feuerwehren aus der Umgebung befanden, bereits für ausgelassene Feststimmung sorgte, ergriff Hubert Strittmatter das Wort. Er lobte die Vereine, die sich mächtig ins Zeug gelegt hätten, um ein abwechslungsreiches Programm auf die Beine zu stellen. Es werde dem Anlass durchaus gerecht und mache zugleich deutlich, wie stolz die Hottinger auf ihre Geschichte seien. Mit Hinweis auf die auf dem Festplatz aufgestellte alte Postkutsche, die Heidi und Joachim Behringer neben ihrem Shuttlekutschenservice zwischen Dorf und Festplatz zur Verfügung gestellt hatten, verwies Strittmatter auf Hottingen als einstigen Verkehrsknotenpunkt im Hotzenwald.
Daneben habe der Ort mit dem Gasthaus Sonne als erster Handvermittlungsstelle für Telefonate Bedeutung gehabt, und im Jahr 1911 sei gar aufgrund der in Hottingen ansässigen Textilindustrie der Vorschlag eines neuen Wappens gemacht worden, auf dem ein Spinnrad abgebildet werden sollte, was der Gemeinderat damals allerdings abgelehnt habe. Noch im Jahr 1950 habe Hottingen indes als reichster Ort des Kirchspiels für die Rickenbacher Kirche die größte von vier Glocken gestiftet.
Nach diesem kurzen historischen Abriss griff Hubert Strittmatter zum Hammer und machte mit dem Fassanstich, unterstützt von Bernhard Portele, den Jubiläumsauftakt perfekt. Die Blechmeisen, die sich aus rund 20 Musikern aus verschiedenen Vereinen der Region zusammensetzen und unter denen sich einige bekannte Gesichter befinden, kamen im Anschluss so richtig in Fahrt. Am Nachmittag wurden sie dann vom Musikverein Bergalingen abgelöst.
