Das Landgericht Waldshut-Tiengen setzt am Montag, 9 Uhr, den Strafprozess gegen den Rickenbacher Bürgermeister Norbert Moosmann und dessen eingetragenen Lebenspartner fort. Es wurden für den Vormittag zwei Moosmann behandelnde Ärzten geladen, außerdem soll ein Sachverständiger gehört werden. Zwei weitere Ärzte sollen am Mittwoch, 7. November, aussagen. Die Vernehmung war von Moosmanns Verteidiger beantragt worden.
Noch zu Beginn des Prozesses hatte dieser sich geweigert, die Mediziner von ihrer Schweigepflicht zu entbinden. Voraussichtlich wird am Montag auch der Termin für die Plädoyers und das Urteil bekanntgegeben. Moosmann und seinem Lebenspartner wird vorgeworfen im Juli 2011 einen Brandanschlag vorgetäuscht zu haben. Der Bürgermeister muss sich zudem wegen Betrugs verantworten.
Die Anschläge 2010 spielen auch bei einem dritten Prozess eine Rolle. Wie das Verwaltungsgericht Freiburg bestätigte, ist seit Mitte Oktober eine weitere Klage Moosmanns anhängig. Es gehe um die Entscheidung des Landratsamts, nicht alle von Moosmann angeführten Vorfälle – darunter dessen beschmiertes Auto – als Dienstunfall anzuerkennen. Eine Klagebegründung wurde bislang nicht eingereicht.
Norbert Moosmann ist seit 2007 Bürgermeister von Rickenbach. Bereits nach seinem Wegzug nach Bad Krozingen 2008 kam es zu Unstimmigkeiten im Gemeinderat. Nach langen Krankheitsausfällen und einem vermeintlichen Brandanschlag ist der Fall mittlerweile Deutschlandweit ein Thema.
