Am Runden Tisch wurde am Donnerstag ein Kompromiss zur Gemeinschaftsschule gefunden. Der Herrischrieder Bürgermeister Christof Berger teilte gestern mit, dass zumindest bis 2018 die Erst- und Zweitklässler aus der Gemeinde Rickenbach weiterhin dort unterrichtet werden könnten. Vor allem Eltern aus Rickenbach hatten sich gegen die Absicht gewehrt, alle Grundschulklassen in der Nachbargemeinde Herrischried unterzubringen.
Vertreter beider Gemeinden, der Schulen, des Schul- und des Landratsamts hatten sich am Donnerstag in Willaringen mit Elternvertretern der Schulen und Kindergärten getroffen, um über die Gemeinschaftsschule zu reden. Laut Berger einigte sich die fast 20 Personen große Runde darauf, dass eine Gemeinschaftsschule mit einem Grundschul- sowie einem Sekundarschulzentrum für Schüler aus beiden Gemeinden gebildet werden soll.
Welche Klassenstufen in welcher Gemeinde unterrichtet werden sollen, wurde offengelassen. Berger: „Derzeit wird ein Grundschulzentrum in Herrischried mit Außenstelle in Willaringen für die Klassen 1 und 2 favorisiert. Über den Fortbestand der Außenstelle wird 2018 von den Gemeinderäten neu entschieden werden. Der Sekundarschulbereich würde in diesem Fall in Rickenbach angesiedelt. Die endgültige Festlegung der Standorte wird in den Gemeinderäten beraten werden.“ Bis auf die Außenstelle in Willaringen entspricht dies dem vom Schulamt bevorzugten Konzept.
Hinter dieses haben sich laut Berger auch die Herrischrieder Eltern am Runden Tisch gestellt. Die Rickenbacher Eltern hätten nochmals die Beibehaltung der Grundschule in ihrer Gemeinde gefordert und Bedenken wegen der längeren Fahrwege nach Herrischried geäußert. Zu der Frage der Schülerbeförderung habe Lothar Probst für den Landkreis zugesichert, entsprechend den geänderten Anfahrtswegen eine „vernünftige und akzeptable“ Schülerbeförderung auszubauen.
An einer Gemeinschaftsschule lernen die Kinder bis zur zehnten Klasse gemeinsam auf verschiedene Abschlüsse hin. Soll das Konzept zum Schuljahr 2013/14 im Hotzenwald verwirklicht werden, muss bis spätestens 1. Oktober ein entsprechender Antrag beider Gemeinden vorliegen. Der Gemeinderat Herrischried hat bereits einstimmig dafür votiert. Der Gemeinderat Rickenbach hat sich zwar grundsätzlich ebenfalls für eine Gemeinschaftsschule ausgesprochen, sich bei den Standorten bislang aber nicht festgelegt.
