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Rickenbach Köpfe der neuen Atdorf-Bürgerinitiative

Rickenbacher wollen neue Impulse setzen – Im Vordergrund stehen Ausgleichsmaßnahmen

Roland Tröndle, Unternehmer aus Rickenbach
Roland Tröndle, Unternehmer aus Rickenbach | Bild: Bilder: Archiv

Rickenbach (sav) Zum Pumpspeicherkraftwerk Atdorf hat sich eine zweite Bürgerinitiative gegründet. Sie will das Projekt aber weder befürworten noch verhindern. Ihr geht es darum, ein Konzept für Ausgleichsmaßnahmen zu erarbeiten und diese vom Schluchseewerk einzufordern, falls das Pumpspeicherwerk gebaut wird.

Die Initiatoren sind Roland Tröndle, Manfred Eckert und Leo Weiß aus Rickenbach, die sich vor allem als Privatbürger engagieren, obwohl Eckert und Weiß auch CDU-Vertreter sind. Mit von der Partie sind Georg Keller sowie Christopher Krull. Krull ist Geschäftsführer der Schwarzwald Tourismus GmbH und Teilnehmer am Runden Tisch zum Pumpspeicherkraftwerk Atdorf.

Roland Tröndle erklärt im Gespräch mit dieser Zeitung das Zustandekommen der Initiative. „Seit Herbst waren wir eine Arbeitsgruppe, an der mittlerweile zwölf Personen beteiligt waren. Wir haben sozusagen hinter den Kulissen über Ausgleichsmaßnahmen diskutiert und auch immer wieder die betroffenen Gemeinden Rickenbach und Herrischried informiert.“ Anfangs, in der Kleingruppe, seien die Gespräche noch relativ fruchtbar gewesen, aber je mehr Mitglieder dazu kamen, desto mehr Eigeninteressen seien vertreten und von den anderen zerredet worden. Von November an habe sich die Gruppe einmal im Monat getroffen, seit zirka einem Vierteljahr sei es aber nicht mehr weitergegangen, da die Situation immer komplexer geworden sei und die Meinungen immer unterschiedlicher. Niemand habe sich mehr durchsetzen können und ein Konsens sei nicht gefunden worden.

Die Initiatoren Tröndle, Eckert und Weiß setzen deshalb für die Bürgerinitiative künftig auf die Mithilfe einer neutralen Planungsgruppe, die eine gemeinsame Zusammenarbeit der Mitglieder und insbesondere der beiden Gemeinden sicherstellen soll. „Die Sache muss global gesehen werden für beide betroffenen Gemeinden. Wir müssen einen gemeinsamen Nenner finden“, erklärt Roland Tröndle das Ziel der Initiatoren. „Als wir vor 14 Tagen Christopher Krull mit ins Boot geholt haben, hat er gesagt, dass es jetzt unbedingt voran gehen muss“, schildert Tröndle den neuen Impuls. „Krull meinte, wir auf dem Hotzenwald dürfen die Gelegenheit nicht verschlafen.“ Die Schluchseewerke sollen darauf aufmerksam gemacht werden, dass die Bürger ein Recht auf Ausgleich haben und es auch beanspruchen werden.

Wenn die Entscheidung zum Bau falle, will die Initiative bereits Vorschläge für Entschädigungen erarbeitet haben, vor allem im Bereich Tourismus, da dort durch die Bauphase und die nachhaltigen Veränderungen am Abhau die größten Einschränkungen zu befürchten seien. Tröndle führt aus: „Die Übernachtungsbetriebe können zwar während des Baus an die Mitarbeiter des Projektes vermieten, aber der bisherige Tourismus wird zurück gehen. Nach dem Bau muss der Tourismus dann wieder ganz neu belebt werden.“ Vorstellbar wäre laut Tröndle zum Beispiel ein Fonds oder eine Stiftung für die Umstrukturierung des Tourismus.

Manfred Eckert, CDU-Gemeinderat in Rickenbach
Manfred Eckert, CDU-Gemeinderat in Rickenbach
Leo Weiß, Vorsitzender des CDU-Ortsverbandes Rickenbach
Leo Weiß, Vorsitzender des CDU-Ortsverbandes Rickenbach

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