Rickenbach Familienstreit mit Folgen
07.02.2012
Das Amtsgericht Bad Säckingen hat einen 32-Jährigen wegen vorsätzlicher Körperverletzung zu einer Geldstrafe in Höhe von 25 Tagessätzen á 45 Euro verurteilt. Der Körperverletzung lag ein massiver Familienstreit zu Grunde, das Amtsgericht hatte es dadurch nicht leicht, ein Urteil zu finden.
Der Vorfall ereignete sich im April 2011, als der Angeklagte und seine Freundin, ihren Bruder und deren Freundin zu sich eingeladen haben. Am Haus in Rickenbach angekommen, begrüßte sich die Familie noch freundlich . Als der Angeklagte das Auto umparkte, stellte der Bruder seine Schwester zur Rede und warf ihr unter anderem vor, ihren Exmann abgezockt zu haben und ihr Leben zu verschwenden. „Ich konnte nicht glauben was mein Bruder mir vorwarf, ich war völlig sprachlos“, erinnerte sich die 31-jährige Zeugin.
Als der Angeklagte wieder ins Haus kam, fand er seine Freundin völlig aufgelöst auf dem Sofa vor, während ihr Bruder auf sie einredete. „Ich wollte mich eigentlich nicht einmischen, aber irgendwann war der Punkt erreicht, dass ich eingegriffen habe“, schilderte der Verurteilte. Der Bruder reagierte aggressiv und verließ mit seiner Freundin das Haus. Der Angeklagte bekam ein schlechtes Gewissen und folgte dem Paar, um sich zu entschuldigen. Die beiden saßen schon im Auto und wollten losfahren, als der Angeklagte die Fahrertür öffnete und sich in die Hocke setzte, um über den Vorfall zu sprechen. Der Bruder wollte jedoch nicht mehr mit ihm reden und forderte ihn mehrfach auf, zu gehen. Als er rief „verpiss dich endlich“ erhob sich der Angeklagte und schlug ihn, nach seiner Aussage, mit dem Handrücken gegen die Schläfe. Der Geschädigte erlitt eine Gehirnerschütterung. Da der Angeklagte Reue zeigte und sich entschuldigen wollte, fiel das Urteil milde aus.
