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Rheinfelden „Ein Segen für die Patienten“

Auf einen Kaffee mit… Andreas Heuser, Vorstandsvorsitzender des Onkologischen Schwerpunkts Lörrach-Rheinfelden, der am 18. März einen Benefizabend in Lörrach ausrichtet.Was genau ist eigentlich der Onkologische Schwerpunkt?Der Onkologische Schwerpunkt wurde an den drei Kliniken – Kreiskrankenhaus Lörrach, St.-Elisabethen-Krankenhaus Lörrach und Frauenklinik Rheinfelden – eingerichtet, um die Patientenversorgung in der Krebsheilkunde im Landkreis Lörrach zu verbessern.

Andreas Heuser, Vorstandsvorsitzender des Onkologischen Schwerpunkts Lörrach-Rheinfelden, im Gespräch mit SÜDKURIER-Redakteurin Juliane Schlichter.
Andreas Heuser, Vorstandsvorsitzender des Onkologischen Schwerpunkts Lörrach-Rheinfelden, im Gespräch mit SÜDKURIER-Redakteurin Juliane Schlichter. | Bild: Bild: privat

Den Patienten stehen durch die Zusammenarbeit alle diagnostischen Möglichkeiten und neuesten Behandlungsmethoden zur Verfügung.

Seit drei Jahren bieten ausgebildete Kunsttherapeuten Kurse für Krebspatienten an. Was muss man sich darunter vorstellen?

In allen unserer drei Häuser haben wir Kunsttherapeuten, die mit den Patienten malen, zeichnen oder Skulpturen aus Ton anfertigen. Sie gehen bis ans Krankenbett – das kommt darauf an, wie sich die Patienten fühlen – oder wir haben dafür spezielle Räume in den Kliniken. Es gibt ein offenes Gruppenangebot oder Kunsttherapie für einzelne Patienten.

Inwiefern wirkt sich die Therapie auf die Patienten und ihre Krankheit aus?

In dieser besonders emotionalen Lebensphase kann die künstlerische Beschäftigung ein ganz tolles Ventil für die Patienten sein. Vielleicht gelingt es ihnen dadurch, zumindest eine Zeitlang ihre Krankheit zu vergessen. Außerdem kommt man über die Kunst an die Menschen heran. Manche sprechen nicht über persönliche Dinge, aber über ihre Kunstwerke. Und das ganze ist positiv für das Selbstwertgefühl.

Wird das Angebot von allen Patienten angenommen?

Nein, die Männer sind etwas zurückhaltender als die Frauen. Viele der Patienten haben seit der Schulzeit keinen Pinseln mehr in der Hand gehalten.

Werden die Arbeiten, die während der Therapie entstehen, auch ausgestellt?

Ja, wir hatten vor zwei Jahren eine Ausstellung. Auffallend ist, dass die Patienten, wenn sie die Kunsttherapie beginnen, oft mit düsteren Bildern anfangen. Später werden ihre Werke von den Farben her immer heller und freundlicher. Man merkt, die Therapie ist ein Segen für die Psyche vieler Patienten. Deswegen wollen wir sie beibehalten.

Wie finanzieren Sie die Therapie?

Wir haben zwar ein Budget für den Onkologischen Schwerpunkt mit den Krankenkassen vereinbart, aber die Kunsttherapie wird nicht abgedeckt. Es fallen Kosten an, die wir decken müssen – und zwar kreativ. Deshalb veranstalten wir nun zum zweiten Mal einen Benefizabend.

Wie kam denn der Benefizabend im vergangenen Jahr an?

Die Stimmung war super. Rund 200 Leute kamen. Es war klar für uns, dass wir das wiederholen.

Was erwartet denn die Gäste in diesem Jahr?

(lacht) Es wird ein scharfer Abend mit scharfem Essen. Es gibt Fingerfood und Chilli. Musik gibt es natürlich auch. Zum einen wird das Quintett „Inflagranti Vokal“ auftreten. Außerdem spielt die Tanzband „Sax & Key“. Wer Lust auf Live-Musik hat und auch noch etwas Gutes tun will, ist bei uns genau richtig. Alle Spendeneinnahmen fließen eins zu eins in die Kunsttherapie. Und auch die Gruppen spielen an diesem Abend unentgeltlich.

Fragen: Juliane Schlichter

Info: Der Benefizabend zu Gunsten der Kunsttherapie findet am Freitag, 18. März, um 20 Uhr in der „Alten Halle Haagen“ in Lörrach-Haagen statt. Der Eintritt ist frei. Um Spenden wird gebeten.

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