Circus Crocofant bietet Spannung in der Manege – Zuschauer belohnen Akteure mit viel Applaus
Rheinfelden (dhr) Schon von weitem ist das markante rote Viermastzelt zu sehen: Der Zirkus ist in der Stadt. Familie Meise gastiert mit ihrem Circus Crocofant aus München auf der Richter-Wiese und bietet mit einer großen Raubtiergruppe, rasanter Reiterei, Luftakrobatik und lustigen Sketchen ein abwechslungsreiches Programm.
Am Mittwochabend war Premiere. Nach knapp zwei Stunden Spannung, Lachen und Unterhaltung belohnte donnernder Applaus die professionellen Akteure. Vier Löwinnen und zwei Tiger eröffnen das Programm, präsentiert von Yvonne und Knut Muderack. Die großen eigenwilligen Katzen springen hinter der hohen Käfigbarriere auf ihre Podeste, nicht ohne zu fauchen und ihre prachtvollen Zähne zu zeigen. Die Zuschauer sind ganz still, ganz im Bewusstsein, dass jetzt in der Manege unberechenbare Raubtiere gezeigt werden. Doch Yvonne Muderack streichelt über den Kopf der Großkatze und belohnt sie mit kleinen Fleischstückchen, denn die sechs wilden Tiere zeigen eine Glanznummer des Zirkus.
Clown David bringt zwischen den einzelnen Darbietungen die Zuschauer mit seinen lustigen Sketchen immer wieder zum Lachen. Ob er als Möchtegernjongleur zehn kleine Kisten bändigt, im Boot gegen einen imaginären weißen Hai kämpft oder als Schlagerstar (mit Wischmopp als Perücke) das verbotene Mikrofon benutzt – er strapaziert das Zwerchfell des Publikums.
Nikita Meise arbeitet direkt unter der Kuppel: Im kreisenden Luftring in großer Höhe oder mit blauen Vertikaltüchern zeigt sie feine Zirkusakrobatik, ohne Netz und doppelten Boden, aber mit Seifenblasen, die die Grazilität der Darbietung unterstreichen. „Siegfried“ heißt eigentlich Valerie Guriev und tritt als stärkster Mann der Welt auf. Er hantiert mit Metallkugeln, als ob sie aus Styropor wären. Damit auch niemand auf solche Gedanken kommt, holt er sich einen Herrn aus dem Publikum, der aufgefordert wird, ebenfalls die Kugeln zu stemmen. Spätestens jetzt wird jedem Zuschauer klar: Das ist alles echt, der Schwerlastjongleur ist ein wirkliches Kraftpaket.
Jongleuse Sandra bietet mit Fußbällen, Keulen und schließlich mit brennenden Fackeln dramatische Artistik. Alte Zirkuskunst auf dem Rücken der Pferde präsentiert die ungarische Familie Donnerts: Salto von Pferd zu Pferd, rasante Kunststücke auf dem galoppierenden Pferd, gewagte Sprünge zu stürmischer Musik: sehr eindrucksvolle Attraktionen, Zirkus vom Feinsten, die Zuschauer halten den Atem an und spenden schließlich den wohlverdienten donnernden Applaus.
In der Pause ist der Clown auch der Eisverkäufer, die Tiere können besucht werden und die Kleinen dürfen auf dem Pferd reiten: Circus Crocofant bietet ein wunderbares Ferienerlebnis. Die Artistin Nikita Meise ist nachmittags auch für den Kartenverkauf verantwortlich. „Wir arbeiten wie andere Betriebe auch, jeder ist für alles zuständig“, erklärt sie.
Der Circus Crocofant existiert seit 2000. Anlässlich seiner Süddeutschland-Tournee ist er nun mit 21 Personen nach Rheinfelden gereist. In der Manege sind elf Artisten zu sehen, die anderen arbeiten im Verkauf oder bei der Tierschau mit. „Wir bieten den Zuschauen jedes Jahr ein neues Programm, da wir manche Städte jährlich befahren“, erzählt Nikita Meise. Rheinfelden hat sie vor zwei Wochen schon gesehen, „wahrscheinlich besser als manche Rheinfelder“, schmunzelt sie. Zu Werbezwecken besuchte sie in jede Arztpraxis und jedes Geschäft, um Flyer zu verteilen. „Der Zirkus ist sehr wetterabhängig“, erklärt sie, daher kann sie zu ihren Erwartungen an die Zuschauerzahlen nicht viel sagen, „gut ist es, wenn es leicht nieselt.“
Weitere Vorstellungen: Freitag, 19. August, und Samstag, 20. August, jeweils um 18 Uhr, Sonntag 21. August um 15.30 Uhr. Informationen gibt es unter www.circus-crocofant.de