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Rheinfelden Westerwelle rollt an

13.02.2010


Mit einem Zwei-Millionen-Euro-Projekt wird die letzte große Baulücke im Gewerbegebiet Ochsenmatt geschlossen. Auf rund 4200 Quadratmetern lassen die Bauherren Thomas Linsin und Michael Meier zwei Hallen in Stahlkonstruktion erstellen, in dem diverse Firmen untergebracht sind. Eine davon: Die vor zwei Jahren gegründete Firma ML-Reisemobile. Das Besondere: Es wird ein spezieller Mini-Wohnwagen konstruiert und in Rheinfelden gebaut. Und just auf den ist FDP-Chef und Bundesaußenminister Guido Westerwelle scharf.

Rheinfelden – „Irgendwie hat der Wind von unserem neuen Projekt bekommen und hat auch schon bei uns angefragt“, freut sich Thomas Linsin. Er, der weiß, dass Westerwelle auf Wohnwagen ganz besonders abfährt, war nämlich so pfiffig und hat mal ein Prospekt des Prototyps in die Parteizentrale der FDP geschickt. „Und die müssen es dann dem lieben Guido irgendwie weitergeleitet haben“, mutmaßt Linsin.

Sei's drum: Hier in der Großen Kreisstadt ist man nicht nur begeistert über das Interesse eines Bundespolitikers, sondern auch schon hoch erfreut, dass der Westerwelle sich zu einem persönlichen Termin vor Ort bereits angemeldet hat. Er will live dabei sein, wenn die letzten technischen Handgriffe am Gefährt erledigt werden und sozusagen der Mini-Wohnwagen vom Band rollt. Am Donnerstag, 1. April, will der Außenminister an die nahezu letzte innereuropäische Außengrenze der EU nach Rheinfelden kommen, um sich das Gefährt selbst anzuschauen. Probeliegen natürlich inklusive. Westerwelle: „Das Mobil ist doch sooo.. kuschelig.“

Das Einzige, was der Firma ML-Reisemobile jetzt noch fehlt, ist ein zugkräftiger Name für das Gefährt. Bislang prangt an dem Mini-Wohnwagen noch die Aufschrift „Chico“, aber das ist Linsin und Meier irgendwie nicht spritzig und originell genug. „Vielleicht nennen wir den Kleinen auch Schwesterwelle“, ulkt Linsin. Denn schließlich weiß er ja auch nur zu gut, dass es sich beim Außenminister um einen Mann handelt, der sich offen als Homosexueller geoutet hat. Aber noch ist nichts entschieden. Vielleicht wird ja auch im Rahmen eines Wettbewerbs, der dann an den beiden Tagen der offenen Tür im März über die Bühne gehen soll, nach einem neuen Namen gesucht. Und daher halten es die beiden ML-Geschäftsleute vorerst buchstäblich wie der Voyeur und sagen: „Schauen wir mal.“

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