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Rheinfelden Unesco zeichnet Schillerschule aus

Werkrealschule heimst gleich zwei Preise ein. Auch Bundesministerium würdigt Energieprojekt der Schillerschule Rheinfelden.

Karlfrieder Schmidt zeigt die Auszeichnung des Bundesministeriums, die ihm Juryvorsitzender Walter Hirche übergab, rechts Stephan Kuhny von Energiedienst.
Karlfrieder Schmidt zeigt die Auszeichnung des Bundesministeriums, die ihm Juryvorsitzender Walter Hirche übergab, rechts Stephan Kuhny von Energiedienst. | Bild: privat

Mit einer Fülle von Eindrücken und 35 000 Euro Preisgeld sind die Vertreter der Schillerschule von ihrem Berlinausflug in der vergangenen Woche zurückgekehrt. Ihr Projekt des Leitfadens „Leuchtfeuer – Stärke – Energie – Umwelt“ wurde vom Ministerium für Bildung und Forschung für seine Nachhaltigkeit ausgezeichnet – wie erst vier Tage zuvor in Gelsenkirchen auch von der Unesco. Die Werkrealschule will diese Prämierungen und damit verbundene Aufmerksamkeit nutzen, um das Projekt auszubauen und noch mehr Partner dafür zu gewinnen.

Berlin: „Wir sind, glaube ich, keine zehn Minuten gesessen“, beschrieb Schulleiter Karlfrieder Schmidt den langen Tag der Reise in die Bundeshauptstadt, die er mit Lehrer Gerold Limberger, dem Projektleiter, und Stephan Kuhny, Ausbildungsleiter bei Energiedienst (ED), unternommen hat. Das Trio geriet mitten in die Politprominenz, die sich zur CDU-Fraktionssitzung mit Alt-Bundeskanzler Helmut Kohl begab. Als der Weiler CDU-Bundestagsabgeordnete Armin Schuster zwei Tage zuvor unvermittelt anrief, um ein Treffen in Berlin vorzuschlagen, hatte Schmidt nicht erwartet, sich an seiner Seite im Reichstag so privilegiert bewegen zu dürfen. Schmidt hatte Schuster am Telefon erst auf Nachfrage erkannt. Welcher Schulleiter rechnet schon mit einem Anruf eines Bundestagsabgeordneten? Dieser hatte laut Schmidt von der UN-Dekadenkommission den Hinweis erhalten, dass die Schillerschule ausgezeichnet würde.

„Für mich war das ein bisschen wie Schule schwänzen“, lächelt Schmidt verschmitzt, als er und Limberger am Montag in der Schule von der Flugreise erzählen. An den Warteschlangen vorbei wurden sie auf eine exklusive Besichtigungstour geführt, unterquerten vom Paul-Löbe-Haus den Spreebogen und drehten eine Runde in der Reichstagskuppel, in den sie sich mit dem Lift begaben. Walter Hirche übergab als Vorsitzender der Jury im Rat für Nachhaltige Entwicklung den Rheinfeldern die Auszeichnung im Namen des Rats und des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Müde, aber zufrieden, kehrten sie mit dem Flugzeug am selben Abend zurück.

Gelsenkirchen: Mit dem Zug hatten sich Limberger und seine Kollegen Patrizia Schaible und Manfred Schaffner nach Gelsenkirchen zur Auszeichnung der Unesco begeben – und auf Anordnung Schmidts zwei Tage Zeit dafür gelassen, denn sie waren mit dem Zug unterwegs. Gerhard de Haan, der Vorsitzende des Nationalkomitees der UN-Dekade „Bildung für Nachhaltige Entwicklung“ verlieh den Preis. „Für mich ist die Auszeichnung der Vereinten Nationen fast wertvoller“, vergleicht Limberger die beiden neuesten Preise. Zwar gibt es für Projekte der UN-Weltdekade Bildung für nachhaltige Entwicklung kein Geld, aber ihr Ruf ist unbezahlbar. Die Schillerschule darf sich zwei Jahre lang mit dem UN-Logo „Nachhaltigkeit lernen“ schmücken. „Einen Stempel haben wir jetzt auch noch bekommen“, freut sich Schmidt über diese – auch für die schon so oft preisgekrönte Schillerschule – außergewöhnliche Auszeichnung.

Von dem Prestigegewinn soll nicht nur die Schillerschule profitieren. Schmidt betont dies, weil Rheinfelden mit seiner Geschichte des alten und neuen Kraftwerkbaus eine ausgesprochene Energiestadt ist.

Ausblick: Die zehn fest installierten Stationen des Lernenergietags von der Schillerschule bis zum Informationspavillon am Rhein, zu denen sich das Projekt verpflichtete, sollen erst der Anfang sein. Sie könnten mit weiteren Partnern zu einem bis zu 20 Stationen umfassenden Energielehrpfad ausgebaut und vermarktet werden. „Gerold Limberger stieß ein Projekt an, das weit über die Schule hinaus der ganzen Stadt von Vorteil sein wird“, so Schmidt.

Die Nollinger Dorfschmiede erklärte schon ihr Interesse, eine Station zu bauen. Die menschliche Muskelkraft ist das Thema ihrer vorgesehenen Bewegungs- und Geräuschemaschine. Die Bärenfelsschule Grenzach-Wyhlen möchte zudem das Konzept des Projekts übernehmen, weitere Schulen sollen folgen. Schmidt sieht zufrieden, wie die ausgezeichnete Nachhaltigkeit mit dem Gewinn von Partnern ausgebaut wird. Er freute sich sehr, dass Kuhny sie begleitete. Bisher zählen zu den Partnern des Projekts, das im Sommer von der BASF-Stiftung mit 10 000 Euro prämiert wurde, unter anderem die Stadt, ED, Evonik, Hieber und der Verein „Miteinander neue Wege“ gehen.

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