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Rheinfelden Sonnenenergie kommt an

13.02.2012
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Solarstrom-Interessenten stehen kurz vor Genossenschaftsgründung. Aufträge an heimische Wirtschaft

Etwa 40 Verfechter der Solarenergie trafen sich amFreitagabend zu einer Informationsveranstaltung. Ein Initiativkreis schlägt vor, in der Stadt eine Genossenschaft zu gründen, die mit Gemeinschaftsanlagen Solarenergie erzeugt. Martin Völkle stellte Einzelheiten dazu vor. Hauptanliegen sei es, sowohl kohlendioxidfreie Stromerzeugung zu fördern, als auch die Unabhängigkeit vom Verbrauch fossiler Brennstoffe zu unterstützen.

Dies in einer Genossenschaft anzusiedeln, sei besonders lukrativ, weil es die insolvenzsicherste Rechtsform in Deutschland ist. Außerdem verblieben bei einer solchen Lösung die mit der Energiegewinnung erzielten Erlöse in der Region und vor allem bei den Bürgern statt bei großen Unternehmen. Obwohl Baden-Württemberg zu den sonnenreichen Ländern Deutschlands gehöre, sei hier die Stromgewinnung aus dieser Quelle im Vergleich zu den nördlichen Bundesländern immer noch gering. Von erheblichem Vorteil zeige sich die Kostenstruktur beim Bau von Solarstromanlagen, so habe sich der Aufwand seit 2006 auf weniger als die Hälfte reduziert. Gleichzeitig sei allerdings auch die vom Staat gewährte Förderung zurückgegangen.

Völke meinte, wenn jetzt schnell Anlagen gebaut würden, die noch vor dem 1. Juli in Betrieb gehen, erhielten diese die bis dahin geltenden Förderbeträge. Deshalb schlagen die Initiatoren für den Freitag dieser Woche die Gründung einer Genossenschaft vor. Als Beispiele für bereits funktionierende Genossenschaften mit gleicher Zielsetzung führte er die EWS Schönau, die Solargeno Freiburg und die Genossenschaft Bürgerwindrad Blauen an.

In der künftigen Genossenschaft in Rheinfelden sollte jedes Mitglied mindestens fünf Anteile zu je 100 Euro beisteuern. Insgesamt gilt die gesamte Region Hochrhein-Dinkelberg als Zielgebiet. Für den Anfang schlagen die Initiatoren die Installation von drei Solaranlagen vor, eine auf dem Dach des Bürgerheimes, eine auf dem Dach des Gemeindezentrums Eichsel und eine auf einem Wohngebäude der Wohnbau in der Alemannenstraße. Die ersten drei Anlagen würden etwa 20 000 Euro Ertrag bringen. Nach ersten Berechnungen lassen sie sich mit einer auf 20 Jahre ausgelegten Amortisation betreiben. Die Erträge für die Genossenschafter sollten bei fünf Prozent liegen. Als weiteres Projekt könnte das Gelände der früheren Mülldeponie Herten genutzt werden. Völkle schlug vor, ausschließlich in Deutschland hergestellte Solarzellen einzusetzen und für die Installation der Anlagen möglichst Firmen aus der Stadt und der näheren Umgebung zu gewinnen. Auf diese Weise sollen die Projekte auch die heimische Wirtschaft stärken.

Durchaus denkbar sei, vorhandene Eigenanlagen auf den Wohngebäuden der Mitglieder, künftig einbeziehen. Die Mitglieder der Genossenschaft sollten sich darum bemühen, Dachflächen für die Anmietung zu finden, außerdem sollten sie als Botschafter der Idee wirken. Die Initiatoren schlugen vor, Andreas Wern, Lehrer für Umwelttechnik an der Gewerbeschule, als Technischen Vorstand und den selbständigen Vermögensberater Martin Völke als kaufmännischen Vorstand zu wählen. Für die Mitarbeit im Aufsichtsrat stellen sich Dieter Leeb, Wolfgang Brunner, Roché Wöhr und Detlef Lienau zur Wahl.

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