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Rheinfelden Schüler fühlen Politikern auf den Zahn

Beim EU-Projekttag stehen Armin Schuster, Klaus Eberhardt und Josha Frey im Georg-Büchner-Gymnasium Rede und Antwort

Am EU-Projekttag an deutschen Schulen am Montag, der von der Bundeskanzlerin und den Regierungschefs der Länder zeitlich zur Europawoche veranstaltet wurde, begrüßten die 10. Klassen des Georg-Büchner-Gymnasiums die Politiker Armin Schuster, Klaus Eberhardt und Josha Frey, die über ihre Arbeit auf verschiedenen politischen Ebenen referierten, aber auch ihr Wissen zu Europa unter Beweis stellen mussten.

Was Europa ist, welche Bedeutung der EU mit derzeit 27 Mitgliedsstaaten beigemessen wird und wie die Zusammenarbeit der Länder funktioniert, ist Teil des Lehrplans der 10. Klasse. Simone Jung, Dieter Huppert und Regina Wessely hatten als Geschichts- und Politiklehrer die rund 70 Schüler der Klassenstufe bereits auf das Thema vorbereitet, die Schüler selbst hatten den Projekttag vorbereitet, der einen direkten Kontrakt mit Armin Schuster, Mitglied des Bundestages für die CDU, Oberbürgermeister Klaus Eberhardt (SPD) und Josha Frey, Mitglied des Landtags für die Grünen, ermöglichte.

Schuster schätz das Dreiländereck als „Klein-Europa“, für die Bürger sei jeden Tag spürbar, was internationale Zusammenarbeit bedeute, mit der europäischen Außengrenze zur Schweiz und der Grenze zum EU-Mitgliedsstaat Frankreich. Zudem gab es „keine Fraktionssitzung seit dreieinhalb Jahren ohne das Thema Europa“, wie er erklärte. Frey erklärte den Schülern, dass 80 Prozent der Gesetze in Deutschland durch europäisches Recht bestimmt werden. OB Eberhardt verwies auf die spezielle Lage im Dreiländereck und erklärte, welche Auswirkungen europäische Gesetze auch für die Stadt haben, Ausschreibungen etwa für Bauprojekte müssten europaweit ausgeschrieben werden. Wie viel die drei über Europa wissen, konnten sie beim Quiz zeigen. Sieger Frey bekam die Noten für Nationalhymne, Badnerlied und Europahymne. Wie textsicher die Politiker bei diesen sind, stellten sie, mit Hilfe der Schüler, beim Singen unter Beweis.

Die Redebeiträge wurden mit viel Applaus der Schüler belohnt, auch Fragen konnten diese stellen. Etwa: Hat der Euro eine Zukunft? Alle Politiker waren sich einig, dass die vielbeschriebene „Euro-Krise“ keine Krise der Währung, sondern der Banken- und Finanzmärkte sei. „Der Euro hat mehr Stabilität, als die D-Mark jemals hatte“, so Schuster. Frey war es wichtig, dass „jeder, der gegen den Euro wettert, ein Gegenkonzept vorstellen“ solle und der OB fügte an, dass der Euro im weltweiten Vergleich gut dastehe. Einig waren sich alle, dass ein Ausschluss der „Südländer“, wie es die AfD-Partei fordert, keine Alternative sei.

Uneinig waren sie sich aber über die Zukunft Europas: Frey sah als dringendstes Problem die Konsolidierung, also die Stärkung nach innen, an. Eberhardt wünscht sich eine EU nach Vorbild der USA, mit starken Einzelländern, für Schuster hingegen ist eine Republik anstrebenswert, in der die Nationalstaaten, „mit viel Vertrauen“, Teile ihrer Souveränität abgeben. „Europa ist eine Frage des Herzens“, schloss er und hoffte, dass die Schüler sich ihrer Verbundenheit zur EU bewusst sind und diese auch aktiv leben.

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