Rheinfelden/Schweiz Natur- und Vogelschutzverein Rheinfelden verabschiedet Meister Adebar in den Süden

Beim inzwischen schon traditionellen Storchen-Pic in Rheinfelden/Schweiz wurden die Störche zu ihrem Flug in den Süden verabschiedet. Der Ornithologe und Tierpfleger im Zoo Basel, Bruno Gardelli, gab einige interessante Auskünfte über Meister Adebar.

Im und rund um den Storchenturm in Rheinfelden/Schweiz war am vergangenen Samstagvormittag mächtig was los: Die Störche, die in den kommenden Tagen in ihr Winterquartier im Süden fliegen, wurden offiziell verabschiedet. Die Störche bekamen die Besucher zwar nicht zu Gesicht; dafür gab es jede Menge Informationen über die Tiere. Zum sogenannten „Storchen-Pic“ lädt traditionell der Natur- und Vogelschutzverein Rheinfelden (NVVR) ein.

Bei dem Fest, das sehr viele Naturfreunde auch aus Badisch-Rheinfelden besuchten, kam das Kulinarische nicht zu kurz: Typisches gab es aus jenen südlichen Ländern, die von den Störchen auf ihrem Winterflug überflogen werden. Spannend berichtete Bruno Gardelli, Tierpfleger im Zoo Basel und Regionalleiter Nordwestschweiz der Gesellschaft Storch Basel, über das veränderte Zugverhalten der Vögel. Der Storch komme jeden Frühling zum Brüten nach Europa, meist zum selben Nest wie im Vorjahr. Männchen und Weibchen kommen laut Gardelli nicht miteinander zurück: Im Normalfall komme das Männchen zuerst, etwa Ende März, Anfang April. Fast 500 Brutpaare gebe es in der Schweiz; im Baselbiet breite sich der Storch mehr aus als bislang. Gardelli berichtete auch von der erfolgreichen Beringung von Jungstörchen: im Basler Zolli 38, in den Langen Erlen 18, im restlichen Basel 11. In der Storchenstation Möhlin lebten in diesem Jahr zehn Paare mit 18 Jungen; in Rheinfelden auf dem Turm konnten zwei weitere junge Störche beringt werden. Ein Tier wurde mit einem Sender versehen, der mittlerweile defekt ist.

Bruno Gardelli informierte bei der diesjährrigen Verabschiedung der Störche über die Entwicklung und das Verhalten der Tiere.
Bruno Gardelli informierte bei der diesjährrigen Verabschiedung der Störche über die Entwicklung und das Verhalten der Tiere. | Bild: Petra Wunderle

Die Bilanz für 2017 weist 88 Storchenhorste mit 138 beringten Störchen auf; im Jahr zuvor waren es 95 Horste mit 125 Jungtieren. Gardelli erkennt außerdem eine Zunahme von Störchen aus Deutschland und Frankreich mit 33 beziehungsweise 12 beringten Tieren. „Leider kommen auch unberingte Störche zu uns in die Schweiz; da wissen wir nicht, woher sie kommen“, sagte Gardelli. Der Ornithologe verwies darauf, dass es in der Regio für die Störche schwierig werde, Futter zu finden. Viele Tiere gingen zunehmend auf Müllhalden: In den Nestern werde viel Plastik gefunden. Der Erhalt der Grünwiesen sei deshalb enorm wichtig, damit die Störche wieder genügend Nahrung fänden. Altvögel kennen sich laut Gardelli aus; sie gingen bei ihrer Suche nach Futter auch ins Elsass. Jungtiere hätten diesbezüglich ihre Mühe. Außerdem sei ihm aufgefallen, dass viele Jungvögel „viel früher als noch vor Jahren zurück in die Schweiz“ kämen. „Viele überwintern heute auch nicht mehr in Afrika sondern weiter nördlich in Spanien“, erklärte Gardelli das Verhalten der Tiere.

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