Mein
 

Rheinfelden Kritik an Bildungspolitik

Bei einer Podiumsdiskussion des CDU-Stadtverbands Rheinfelden zu Bildungsfragen zeichnet der stellvertretende Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion Volker Schebesta ein düsteres Bild der aktuellen Situation.

Mit ihren vielen Blickwinkeln auf die Bildungspolitik haben die Teilnehmer der gut besetzten Podiumsdiskussion der CDU ein detailliertes Bild gezeichnet, obwohl es – parteipolitisch betrachtet – nur einfarbig ausfiel. Denn andere Parteien waren am Mittwoch unter den sechs Teilnehmern und den 22 Besuchern nicht offiziell vertreten. So drängte die Parteipolitik in den zwei Stunden immer wieder in den Vordergrund. Ihr Tenor lautete: Rot-Grün leiste eine schlechte Schulpolitik, und die Wähler litten darunter.

Allein zwei der wenigen Wortmeldungen der Gäste wiesen darauf hin, dass die von allen gleichermaßen beklagten Probleme nicht erst im Regierungswechsel in Stuttgart vor einem Jahr ihren Ursprung haben, sondern die Weichen dafür schon lange zuvor gestellt wurden. So sagte die Leiterin der Goethe-Grundschule Carmen Kromer: „Es tut mir weh, was an den Hauptschulen in den vergangenen zehn bis fünfzehn Jahren passiert ist. Der Realschule wird es ebenso ergehen. Ich frage mich, wie lange die Realschulen noch so tun, als wäre alles in Ordnung.“ Elternbeiratsvorsitzender Gerd Sauer vom Georg-Büchner-Gymnasium wies darauf hin, dass die Sanierung der Schulen 20 Jahre auf sich warten lassen habe und bedauerte am Tag danach das Gewicht der Parteipolitik an der Diskussion, die er dennoch für sehr interessant und aufschlussreich hielt. Sauer kritisierte wie Kromer vor allem den Wegfall von Lehrerstunden im Ergänzungsbereich. Die Analyse des Zustands fiel auf dem Podium übereinstimmend aus und blieb unwidersprochen. Die Frage, wie Schulen zusätzliche Aufgaben wie Inklusion mit weniger Lehrern lösen können sollen, blieb unbeantwortet. Kromer räumte ein, sie sei wütend, weil die Grundschule keine Förderstunden bekomme. „Wir haben nicht einmal eine Krankheitsvertretung.“

Alarmierende Eindrücke schilderten aus Berlin Bundestagsabgeordneter Armin Schuster und aus Stuttgart der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Volker Schebesta sowie aus dem Wahlkreis Waldshut Landtagsabgeordneter Felix Schreiner, aus dem Landkreis Lörrach der Fraktionsvorsitzende Paul Renz und aus Sicht des Oberschulamts dessen leitender Direktor Helmut Rüdlin. CDU-Stadtverbandsvorsitzender Eckhart Hanser lieferte als Moderator die Stichwörter. Seine Erfahrung mit Studenten an der Dualen Hochschule, wo er lehrt, entsprach dem Vorgetragenen. Nach Schebestas Impulsreferat über „die größten Baustellen aus unserer Sicht“ sagte Hanser: „Beängstigend finde ich das.“ Schebesta Liste umfasste unter anderem die Stellenkürzungen, die Gemeinschaftsschule, den Wegfall der verbindlichen Grundschulempfehlung und fehlende Richtlinien zum Schaffen von Schulraum. „Ein Schulsterben von jetzt auf nachher ist absehbar“, sagte er. Schuster beeindruckte mit seiner Biographie: Seine Tochter ging in fünf Bundesländern zur Schule: „Das ist schlimm, denn die Systeme sind sehr unterschiedlich.“ Schreiner beklagte, dass ein regelrechter Wettkampf zwischen den Schulen vom Zaun gebrochen werde. Dies kritisierte auch Renz bezüglich der Gemeinschaftsschule, für die nun auch eine Oberschule vorgesehen sei. Zudem finde er, Privatschulen spalteten die Gesellschaft, „das wollen wir nicht“.

Entdecken Sie die Heimat rund um Bodensee, Schwarzwald und Hochrhein mit SÜDKURIER Inspirationen!
Hallo Frühling – Neue Produkte bei SÜDKURIER Inspirationen!
Korrekturhinweis
Neu aus diesem Ressort
Rheinfelden
Rheinfelden
Die besten Themen
Kommentare (0)
    Jetzt kommentieren