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Rheinfelden Klinik in Rheinfelden vor ungewisser Zukunft

Der Kreistag befasst sich mit den Kreiskrankenhäusern und einem künftigen Zentralklinikum. Die Rheinfelder wollen weiterhin eine medizinische Nutzung ihres Krankenhauses.

Auf der Tagesordnung des Kreistags steht am heutigen Mittwoch die Grundsatzentscheidung für das das Konzept „Lörracher Weg 2.0“, um nach 2020 ein Zentralklinikum für den gesamten Landkreis in Betrieb zu nehmen. Die Bündelung der Akutmedizin an einem Standort halten auch die Kreisräte aus Rheinfelden für sinnvoll. Dennoch wird am Hochrhein weiterhin ein Interesse formuliert, den Krankenhausstandort Rheinfelden nicht ersatzlos zu streichen. Mehrere Optionen für eine medizinische Nutzung werden weiter verfolgt.

Eine grundlegende Neuordnung der Krankenhauslandschaft im Kreis stellt sich für die kommunalpolitischen Vertreter der Großen Kreisstadt als richtiger Schritt dar, nachdem das Elisabethenkrankenhaus seinen Versorgungsauftrag an den Kreis zurückgeben wird und sich auch für die psychiatrische Versorgung eine Lösung abzeichnet. Dennoch wird Wert darauf gelegt, dass sich Rheinfelden damit nicht komplett aus dem Gesundheitsbereich verabschiedet. Nach wie vor gibt es Interesse an einer Nachfolgeeinrichtung am lokalen Standort. Dazu bestehen verschiedene Ansätze.

Paul Renz (CDU) erwartet, dass es in den kommenden Jahren „noch Verschiebungen im Gesundheitsbereich“ geben und die Reha an Bedeutung gewinnen wird. Vor diesem Hintergrund sieht er grundsätzlich Bedarf für ein medizinisches Versorgungszentrum vor Ort: „Das wäre ein Hoffnungsschimmer.“ Eine Bereitschaft, den Krankenhausstandort ohne Nachfolgenutzung aufzugeben, bestehe nicht, obwohl die Notwendigkeit eines zentralen Klinikums anerkannt werde. Renz erwartet auch, dass die Stadt bei der offenen Standortwahl für das neue Zentralkrankenhaus „Rheinfelden einen Ball in den Ring werfen“ werde mit Geländeangebot, auch wenn die Präferenzen bisher für den Raum Lörrach sprechen.

Karin-Reichert-Moser (Freie Wähler) hält eine geriatrische Nachnutzung oder ein medizinischem Versorgungszentrum für erstrebenswert. Sie verweist auf „verschiedene Überlegungen“, die noch in der Diskussion sind. Den Standort Rheinfelden einfach „dicht zu machen“, werde sicher nicht in Frage kommen. Reichert-Moser spricht sich dafür aus, auf jeden Fall unabhängig von der Frage des Trägers eine Lösung zu finden, damit für die „relativ große Region Hochrhein“ eine medizinische Einrichtung bleibt. Die Nachnutzung stehe aber zunächst an zweiter Stelle, der erste Schritt konzentriere sich auf ein neues Zentralklinikum. Bei der Standortfrage gelte es auch vor Ort zu schauen, welche Grundstücke zur Verfügung stehen, aber „der Beste soll es sein“ mit Blick auf das gesamte Versorgungsgebiet.

Für Oberbürgermeister Klaus Eberhardt stellt sich als SPD-Kreisrat bei der Nachnutzung „die Gretchenfrage“. Das Interesse an einer Umwidmung bestehe, es gebe auch Kontakte mit der kassenärztlichen Vereinigung und Krankenkassen. Für denkbar hält Eberhardt eine Reha-Einrichtung für Rheinfelden. Welche Anforderungen aber bis zum Jahr 2024 bestehen, lasse sich noch nicht sagen. Der Zeitraum sei noch zu lange, um mehr als „erste Vorstellungen“ zu entwickeln. Als Kreispolitiker sieht sich Eberhardt in der Verantwortung, eine Entscheidung zur Versorgung der Bevölkerung im gesamten Kreis zu treffen. Er betont auch, dass der Gesetzgeber eine „Bündelung der Kräfte“ wolle, so dass die Standortkonsolidierung das Ergebnis sei. Als Kommunalpolitiker mit einem „doppelten Mandat“ behält der OB aber auch Rheinfelder Interesse im Blick. Ob ein medizinisches Versorgungszentrum hier richtig angesiedelt sei, versieht er mit Fragezeichen.

Heiner Lohmann (die Grünen) weiß, dass es „phantasievolle Vorstellungen“ gibt, für die Zukunft des Rheinfelder Krankenhauses, die aber keine Bestandskraft haben. Deshalb möchte er sich jetzt nicht an Spekulationen beteiligten, zumal sich jede Lösung im Gesamtkonzept einfügen müsse. „Ich stelle zurzeit keine Anforderungen“, betont er und verweist darauf, auch an die Fraktionsmeinung im Kreis gebunden zu sein. Es sei zu früh, sich jetzt Gedanken zu machen. „Ich halte alles für möglich bis zum Abriss“, denn das Krankenhaus sei in die Jahre gekommen.

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