Rheinfelden Kirchlicher Segen für Möpse und Windhunde

Pfarrer Armin Strenzl zelebriert eine Feier für Tiere. Das Tierheim freut sich über das großes Interesse von zwei- und Vierbeinern.

Seit zehn Jahren ist die schwarz-weiße Border-Collie-Hündin Amber eine wertvolle Stütze bei der Rettungshundestaffel Bad Säckingen. Wenn Amber demnächst in den Ruhestand geht, dann sogar mit dem kirchlichen Segen, denn sie gehörte zu den zahlreichen Vierbeinern, die mit Herrchen oder Frauchen am Samstag zur Segnungsfeier für Mensch und Tier unter freiem Himmel beim Tierheim gekommen waren.

Pfarrer Armin Strenzl von der Alt-Katholischen Kirchengemeinde Hochrhein-Wiesental zelebrierte die Feier, Klaus Böffert begleitete auf der Gitarre. Allein die Rettungshundestaffel war mit sieben Hunden angereist und hatten außerdem das entzückende American-Minipferd Baisha mitgebracht. Ansonsten waren verschiedene Hunderassen vertreten, vom winzigen Chihuahua oder Mops über zottelige Mischlinge bis zum stattlichen Königspudel oder zwei edlen russischen Barsoi-Windhunden. Zu ihnen gesellten sich die Schildkröten Markus, Ivan und Costas, zwei Pferde und zwei Lämmer. Einige hatten auch Fotos ihrer Lieblinge mitgebracht – jedes Tier und jedes Foto empfingen den Segen von Pfarrer Strenzl.

In seiner Begrüßung erinnere Werner Nuss, Kirchenbetreuer der Altkatholiken und Vorstandsmitglied des Tierschutzvereins Rheinfelden daran, wie die lange zuvor verfolgte Idee für diesen Segnungsgottesdienst bei einer Reise nach Assisi, der Heimat des heiligen Franziskus, Patron der Tiere, Natur und Umwelt, entstanden sei. 2011, damals noch bei der Adelbergkirche, wurde dann die erste Segnungsfeier dieser Art in der Region durchgeführt.

Auch Bürgermeisterin Diana Stöcker war gekommen und staunte, wie insbesondere die Hunde plötzlich ruhig wurden und fast gespannt auf die gesprochenen Worte hörten, „als ob sie spüren, dass sie im Mittelpunkt stehen“. Stöcker wies drauf hin, dass die Idee der Tiersegnung nicht neu sei, denn vor mehr als 100 Jahren habe es in ländlich geprägten katholischen Regionen bereits Segnungen für Stalltiere gegeben, um sie gegen Unheil und Krankheiten zu schützen. Heute stünde nicht mehr der Nutzgedanke, „sondern das Tier als Mitgeschöpf des Menschen im Fokus“, so die Bürgermeisterin. Tiere, so Stöcker, hätten eine zunehmend wichtige Rolle als sozialer Begleiter, sei es für ältere Menschen, für solche, die die Treue und Liebe eines Tieres schätzen oder für Kinder, die mit einem Tier groß werden dürfen.

„Sehr glücklich“ über die Möglichkeit der Tiersegnung war auch Fabronia Murad in Begleitung ihrer französischen Bulldogge „Shiva“. „Wir sind gläubig und gehen viel in die Kirche, aber da kann man den Hund leider nicht mitnehmen.“ Hans Bracher, Leiter der Rettungshundestaffel, hob hervor, dass sie auch regelmäßig beim Tierheimfest zu Gast seien, „weil wir das Tierheim gerne unterstützen“. Eine Segnung, so meinte er, „ist für alle Lebewesen immer wertvoll, wenn man daran glaubt, schließlich würde man auch Schiffe und Fahrzeuge segnen“.

Pfarrer Strenzel beschrieb den Segen als „das bewusste Ja sagen zu Gott, der das Leben, die Natur und die Tiere erschaffen hat“. In den Mittelpunkt seiner Predigt stellte er die Bienen, nach dem Rind und Schwein das drittwichtigste Nutztier des Menschen.

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