Waidbachgflüschder mit über dreistündigem Programm. Akteure nehmen sich ihre Lieblingsopfer eines nach dem anderen zur Brust
Es soll keiner sagen, die anderen seien geschont worden. Degerfelder, Hertener, Dinkelberger und Rheinfelder – beim Waidbachgflüschder nahmen sich die Akteure ihre Lieblingsopfer eines nach dem anderen zur Brust. Dabei belassen es die Narrenakteure meist bei einem freundschaftlichen Klaps unter die Gürtellinie und die große Klatsche wurde nicht verteilt.
Der Musikverein Degerfelden präsentierte die 27. Auflage des Waidbachgflüschders. Schlag auf Schlag lief das Programm ab: Das Publikum durfte in der ausverkauften Fridolinhalle am Freitag- und Samstagabend über drei Stunden in Glossen schwelgen. Peter Häßler, der ein routinierter Conferencier ist, bestach auch in der Rolle des Thomas Gottschalk. Eine super Einstimmung fand der Musikverein mit der Eröffnungsmusik samt Eröffnungsmarsch durchs Publikum. Sind Mozart, Vivaldi und Rossini passend zur Fasnachtszeit? Ja, vor allem wenn Dirigent Gordon Hein den Taktstock an Conny Wehrle, Karli Baumann und Manfred Braun aus dem Publikum, abgibt. Auch der Musiker-Nachwuchs strapazierte mit „Super-Talent“ die Lachmuskeln der Zuschauer und die Narrennest-Jugend legte perfekt den „Steinzeittanz“ aufs Parkett.
Ein Name der den ganzen Abend über auftauchte und überzeugte: Günther Häßler. Der singt selbstgereimtes auf „Guantanamera“, spielt Akkordeon, weiß als Euro-Psychologe dass „Geld nicht den Charakter verdirbt, sondern ihn nur deutlich macht“, ist ein seriöser Nachrichtensprecher bei der Tagesschau, singt mit Leidenschaft im Trio mit Richard Müller und Dieter Schwander, gibt alles. Dass Männer in Frauenkleidern auftreten ist nicht die originellste Idee – wenn aber einer wie Dietmar Häßler die Rolle der Quotenfrau mit so viel Freude ausfüllt und Stunden zuvor extra seinen Bart abschneidet, kann das richtig Spaß machen. Dietmar und Günther Häßler brillieren auch gemeinsam. Phantastisch, ohne Background und live das „Blitz-Musical“ mit Mario Müller, Patrick Müller, Richard Müller, Holger Gertz und Frank Neuschütz. Siegfried Hiltensberger kennt sämtliche „Selbshilfegruppen“ und endet dann doch mit dem Ratschlag: „Anstatt Ratiopharm nehmt Euch wieder mal in den Arm“. Als Taxifahrer unterwegs hat Jürgen Amrein wieder so manches Dorfgeschehen mitbekommen. Ebenso umgehört haben sich die Rentner „Ü 78“ alias Daniel Schwald und Christian Häßler. Attraktiv, jung und sportlich die Tanzgruppen „Blue Juwels“ vom TuS-Herten und die „Movelt“ mit Black & Gold sowie „Jump Style“ die nur am Samstag dabei waren.