Rheinfelden Freundeskreis Asyl braucht dringend Unterstützung

Ehrenamtliche Helfer am Ende ihrer Kraft. Mehr als 400 Menschen leben in Schildgasse-Heim

Die Freiwilligenarbeit mit Flüchtlingen bringt den kleinen Freundeskreis Asyl an Leistungsgrenzen. Das hat auch damit zu tun, dass die Initiative seit Jahren besteht, wodurch in der Öffentlichkeit der Eindruck entstand, dass das Projekt von selbst läuft. Doch diese Annahme entspricht nicht den Erfahrungen von Jörg Hinderer und Herwig Popken. In Rheinfelden werden inzwischen die meisten Flüchtlinge im Kreis mit den wenigsten Helfern betreut. Deshalb braucht der Freundeskreis Unterstützer.

Durch anhaltenden Flüchtlingsdruck hat sich im ersten halben Jahr für die Ehrenamtlichen die Situation verschärft. Mehr als 400 Menschen, zur Hälfte handelt es sich um Roma aus Ländern des einstigen Jugoslawien, sind über kurze oder längere Zeit in der Schildgasse untergebracht. Dauerhafte Asylarbeit auf ehrenamtlicher Basis zu leisten, fällt dem aktiven Kern des Freundeskreis von 20 Personen dabei immer schwerer, weil wie Jörg Hinderer Feststellt, eine „relativ große Frustrationstoleranz“ bestehen müsse angesichts schwieriger Bedingungen durch gesetzliche Auflagen, kulturellen und sprachlichen Barrieren. Ständig kommen neue Gesichter dazu, andere Menschen zu denen Kontakte aufgebaut wurden, werden abgeschoben.

Dies stellt vor Herausforderungen, die Fluchtgeschichten und persönlichen Schicksale belasten zudem. Damit die Helfer auf Dauer damit zurechtkommen, plant der Freundeskreis für die Aktiven eine professionelle Supervision, kündigt Hinderer an. Um sie aber zu finanzieren, werden Spenden benötigt. Damit Ehrenamtliche Hintergrundwissen erhalten und nicht überfordert sind, hat kürzlich ein Jurist des Diakonischen Werks aus Karlsruhe in Schloss Beuggen eine ganztätige Fortbildung über die evangelische Erwachsenenbildung Hochrhein-Markgräflerland für 40 Helfer aus dem Landkreis und der Region veranstaltet.

„Wir könnten gut mehr Leute vertragen“ betont auch Popken, der längst aus seiner Freiwilligenarbeit im Freundeskreis einen Fulltime-Job gemacht hat. Er hat Hoffnung, dass sich etwas bewegt. Nach der Mahnwache vom Montag haben sich gleich sechs Leute für die Arbeit im Freundeskreis interessiert, auch aus anderen Orten im Landkreis. Vor allem für Patenschaften werden Helfer benötigt, die sich um einen Flüchtling oder eine Familie kümmern. Hinderer weist darauf hin, dass dieser Einsatz der „gewinnbringendste“ sei, weil eine persönliche Beziehung entstehe und Dankbarkeit erlebt wird. Auch für Hausaufgabenhilfe der Kinder fehlen Betreuer.

Weil die Flüchtlinge auf sehr engem Raum leben, kümmert sich der Freundeskreis um Ausgleich. Eine Idee von Hinderer besteht darin, einen Trommelbaukurs und einen Trommelkurs anzubieten, um das Selbstwertgefühl der Menschen zu stärken, auch Malen und andere kreative Angebote möchte der auf Spendenbasis agierende Freundeskreis möglich machen. Neu gibt es einen Computerkurs für Frauen. Eine Tanzlehrerin ist ebenfalls engagiert für Frauen, Kinder und Jugendliche.

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