Wie bereits berichtet war am Freitagabend im Rheinfelder Ortsteil Herten in einer Wohnung ein totes Kind aufgefunden worden. Der 48-jährige Vater lag schwer verletzt in der Badewanne, nachdem er einen Suizidversuch unternommen hatte. Die Polizei fand den sechsjährigen Sohn tot in seinem Kinderbett vor.
Die von der Staatsanwaltschaft angeordnete Obduktion hatte ergeben, dass der sechsjährige Junge erstickt worden war. Der 48-jährige Mann konnte zwischenzeitlich kurz vernommen werden. „Er hat die Tat eingeräumt“, bestätigt Oberstaatsanwalt Otto Bürgelin auf Nachfrage des SÜDKURIER.
Im Jahr 2000 soll der Angeklagte, der als Chemikant bei einem Unternehmen im schweizerischen Pratteln gearbeitet hatte, einen Arbeitsunfall erlitten haben. Seitdem war er arbeitsunfähig und hat Frührente bezogen. Jedoch „hatten die Schweizer Behörden Zweifel am Umfang der Invalidität“, sagt Bürgelin.
Nach einem Ermittlungsverfahren, bei dem herauskam, dass der Arbeitsunfall fingiert war und der Mann die Rentenleistungen zu Unrecht bezogen hat, wurde in der Schweiz Haftbefehl erlassen. Einen sechsstelligen Frankenbetrag soll sich der Mann in den vergangenen zwölf Jahren erschlichen haben, bestätigt Bürgelin.
Weil er in Kürze eine sechsmonatige Haftstrafe in der Schweiz hätte antreten müssen, befürchtete der Mann vermutlich dadurch das Sorgerecht für den Sohn zu verlieren. Die Ermittler vermuten, dass er deshalb seinen Sohn getötet hat.
Die Staatsanwaltschaft in Lörrach hat gegen den Mann ein Verfahren wegen des Verdachts des Totschlags eröffnet. Ein entsprechender Haftbefehl ist ergangen.
Unterdessen befindet sich die Mutter des getöteten Kindes in ärztlicher Behandlung. „Sie ist derzeit nicht vernehmungsfähig“, sagt Otto Bürgelin.
Ein kleiner Junge wird in Herten umgebracht: Wir haben alle Artikel zum Thema für Sie zusammengefasst.
