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Rheinfelden Dem Krankenhaus in Rheinfelden droht das Aus

Der Landkreis plant eine neue Zentralklinik in Lörrach. Die Kreisräte von Rheinfelden tragen das Konzept größtenteils mit, sprechen sich aber dafür aus, dass der alte Standort in Rheinfelden medizinisch weiter genutzt wird.

Der Landkreis Lörrach plant in der strategischen Bau- und Zielplanung eine neue Zentralklinik in Lörrach. Dabei soll der Betrieb des heutigen Elisabethen im Projekt eingehen, der Neubau modernste Strukturen bieten und Fachkräfte unter einem Dach bündeln. Die Fortsetzung des so genannten Lörracher Wegs findet im Kreistag in den Grundsätzen Anklang. Das Zukunftsmodell hat aber Konsequenzen für das kreiseigene Krankenhaus in Rheinfelden. Die Rheinfelder Kreisräte sehen die Realisierung eines neuen Klinikzentrums zwar als gute Lösung an, wollen aber überwiegend auch, dass Rheinfelden medizinischer Standort bleibt.

 

 

Paul Renz: Für Paul Renz (CDU) ist die „Zwei-Standorte-Lösung“, die zuletzt noch verfolgt wurde, mit einer Weichenstellung für einen zentralen Krankenhausneubau in Lörrach „vom Tisch“. Er warte allerdings noch auf eine Antwort, „was mit Rheinfelden passiert“. Aus seiner Warte „muss unbedingt ein Gesundheitsbereich bleiben“. Dabei denkt Paul Renz auch an ein medizinisches Versorgungszentrum, in dem verschiedene medizinische Angebote gebündelt werden, von der internistischen Behandlung bis zum chirurgischen Eingriff. „Wir müssen schauen, dass es eine Nutzung gibt“ in Rheinfelden, erklärt Renz als Zielsetzung. Auch eine geriatrische Klinik scheide nicht aus, „denn der Standort darf nicht aufgegeben werden“, so der CDU-Kreisrat.

 

Klaus Eberhardt: Oberbürgermeister Klaus Eberhardt erklärt als SPD-Kreisrat und für die Stadt, dass er das Gespräch suche, um weitere Überlegungen für das Krankenhaus in Rheinfelden zu entwickeln. In die Frage der Nachfolgenutzung sei auch die Kassenärztliche Vereinigung eingebunden. Unter den Pfaden, die verfolgt werden, befindet sich auch ein medizinisches Versorgungszentrum. Allerdings räumt Eberhardt ein, stelle sich die Lage des Krankenhauses am Stadtrand als „nicht gerade vorteilhaft“ dar. Damit dieses Modell Konturen annehmen kann, bleibe Voraussetzung, dass ausreichend Ärztesitze bestehen, denn auf das Mitmachen der niedergelassenen Ärzte komme es an. Eberhardt betont, dass die drei Klinikstandorte „sehr gute Arbeit“ geleistet haben und gerade Rheinfelden zu einem positiven Ergebnis beitrage.

 

Karin Reichert-Moser: Für Karin Reichert Moser (Freie Wähler) erscheint es nahe liegend, dass die Fraktion einen zentralen Klinikneubau in Lörrach begrüßt. Aber auch sie möchte, dass der Standort Rheinfelden medizinisch nicht ganz verloren geht, sondern vor Ort „eine Einrichtung im Gesundheitsbereich“ geschaffen wird. Vorstellbar seien Gesundheitszentrum, Reha-Einrichtung oder eine geriatrische unter der Voraussetzung, dass die Ärzte vor Ort dafür zur Verfügung stehen. Für den Erhalt des medizinischen Standorts werde sie sich in jedem Fall einsetzen.

 

Heiner Lohmann: „Wir dürfen nicht aus lauter Kirchturmpolitik festhalten“, weil die Vorteile und Chancen eines zentralen Neubaus mit modernster Technik auch beste Versorgung für die Patienten in Rheinfelden versprechen, kommentiert Heiner Lohmann die Lage. Das neue stellvertretende Aufsichtsratsmitglied geht davon aus, dass der Strukturwandel keinen Arbeitsplatz in Rheinfelden kosten wird, weil die Zeitspanne bis zur Umsetzung des Neubaus so lang ist. Der Grünen-Politiker schließt als Vision am heutigen Krankenhausstandort eine Wohnbebauung nicht grundsätzlich aus. Die Wünsche meint er, können aber sehr sorgfältig in den nächsten Jahren im Gemeinderat überlegt werden.

 

Hans Rudolf Henche: Der Vorsitzende des Fördervereins Kreiskrankenhaus, Hans Rudolf Henche, nimmt zur Kenntnis, dass die Pläne des Kreises, ein großes Zentralkrankenhaus zu bauen, durch den Verzicht des Elisabethen auf ein eigenes Haus „wahrscheinlicher geworden“ seien. Es sei stets Aufgabe des Fördervereins gewesen, „die Versorgung der Bewohner von Rheinfelden und Umgebung sicherzustellen“. Henche hält es für wahrscheinlich, dass dies, „wenn die Pläne so umgesetzt werden, nicht möglich ist“. Der frühere Chefarzt der Orthopädie spricht sich dafür aus, dass der Förderverein in den Jahren bis zur Eröffnung eines Neubaus das Haus in Rheinfelden „mit all seinen Funktionen“ weiter unterstützt. Henche räumt ein, dass ein zentraler Neubau Vorteile in der Versorgungsqualität biete. Der Förderverein wünsche deshalb nicht, dass die Pläne des Landkreises aufgrund finanzieller Probleme nicht realisiert werden.

 

Dennoch sieht er Risiken. Unter diesen Umständen hält er es auch für möglich, „dass unser Krankenhaus als private Fachklinik für Orthopädie, Innere Medizin und Anästhesie erhalten bliebe“.

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