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Rheinfelden "Das schadet nur dem Ruf der Klinik"

Die Diskussion über das Kreiskrankenhaus schlägt Wellen und spitzt sich zu. Landrat Walter Schneider hat am gestrigen Mittwoch prompt auf die Äußerungen von Rolf Karrer als Vorsitzenden des Fördervereins Kreiskrankenhauses reagiert (der SÜDKURIER berichtete) und "Anschuldigungen scharf zurückgewiesen".

Rheinfelden (sk/ibö) In einer detaillierten Stellungnahme geht er auf die Umstände der Chefarztkündigung ein und wirft Karrer vor "mit spekulativen Behauptungen und Unterstellungen an die Öffentlichkeit" zu gehen. Schneider wörtlich: "Damit schadet er der Klinik Rheinfelden und ihrem exzellenten Ruf massiv". Für einen Wechsel in der Geschäftsführung gebe es keinen Grund.

Stark verärgert kommt das Echo aus dem Landratsamt mit massiver Kritik am Vorsitzenden des Fördervereins, dem der Landrat auch als Kreisrat empfiehlt "sich bei mir persönlich kundig zu machen". Nach Darstellung Schneiders liegen die Fakten im Fall Eckardt anders als dargestellt. Vorneweg betont Schneider, dass der Aufsichtsrat der Kliniken GmbH, Geschäftsführung und Landrat den Weggang von Anke Eckardt "außerordentlich bedauern" und ihm gegenüber auch "keine Andeutungen gemacht wurden" über die Kritikpunkte, die zum Weggang geführt haben.

Es wird darauf verwiesen, dass im im Juli und August "mehrere intensive Gespräche" stattgefunden haben, mit dem "Ziel, die Chefärztin zum Bleiben zu bewegen". Dabei seien auch konkrete Vorschläge zur baulichen und betrieblichen Situation erfolgt, die teils auf den Weg gebracht oder in Planung seien. Vor dem Hintergrund der "äußerst schwierigen Rahmenbedingungen in der deutschen Krankenhausfinanzierung" stellt es sich für den Landrat aber auch als klar dar, dass eine Klinik unmittelbar an der Grenze im Wettbewerb zur Schweiz Probleme habe und es sich nicht vermeiden lasse, wenn sich "qualifizierte Mitarbeiter auch in diese Richtung bewegen", heißt es.

Landrat Schneider spricht von "konstruktiven Gesprächen", auch dass Kreisräte den Austausch mit der Chefärztin gesucht haben, diese aber trotz Nachfrage "definitiv mitgeteilt" habe, die Klinik zum Jahresende zu verlassen. Dennoch sei eine Kooperation "über diesen Zeitpunkt hinaus ins Auge gefasst". Die Chefarztstelle wurde neu ausgeschrieben mit einer Bewerbungsfrist bis zum 20. September. Laut Schneider zeichne sich anhand der Bewerberlage ab, "dass wir eine qualifizierte Nachfolge" finden werden.

Vorwürfe, wonach die Belegschaft voreilig über die Kündigung Eckardts informiert worden sei, weist Schneider mit dem Argument zurück., dass es "zwingend erforderlich" gewesen sei, so zu handeln "um Gerüchten vorzubeugen". Ein Stillschweigen sei zu diesem Zeitpunkt nicht vereinbart gewesen.

Dass die Erfolgsstory der Klinik "der Geschäftsführung ein Dorn im Auge" sei und deshalb die Kündigung "billigend hingenommen" worden sei, stoßen in Lörrach sauer auf. Schneider wörtlich: "Wer derartiges behauptet, ist entweder bar jeder Kenntnis oder schlicht böswillig." Auch die vom Vorsitzenden des Fördervereins geäußerte Kritik am "Lörracher Weg" lässt der Landrat nicht gelten. Er verweist darauf, dass Ängste und Spekulationen seit Jahren kursieren. Aber auch für die Zukunft sei eine Schließung von Klinikstandorten nicht geplant. Gleichzeitig betont der Landrat, dass an Umstrukturierungen und Spezialisierungen kein Weg vorbeiführe. Dies sei konsequent. Gerade Rheinfelden habe durch die Chefärzte Henche und Eckardt einen Ruf gebracht, auf den Rheinfelden "stolz" sein könne. Der Lörracher Wege finde laut Schneider über die Region hinaus Anerkennung, was die Sozialministerin kürzlich zum Ausdruck gebracht habe. Im Unterschied zu anderen Kliniken gelinge des der GmbH "auf einer insgesamt stabilen finanziellen Basis" zu stehen.

Auf die Kritik an der Geschäftsführung anwortet Schneider: "Herr Karrer weiß offenbar nicht, dass der Aufsichtsrat die Verwaltungsspitze der Kliniken grundlegend umstrukturiert" hat. Dass es zu schwierigen Bedingungen und "Spannungsverhältnis zwischen Verwaltungsspitze und Personal" komme beim Versuch "den Spagat zwischen Wirtschaftlichkeit und Qualität hinzubekommen, bleibe nicht aus. Dennoch sieht der Landrat keine Veranlassung, einen Wechsel in der Geschäftsführung vorzunehmen.

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