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Rheinfelden CDU-Bundestagsabgeordneter Carsten Linnemann besucht Rheinfelden

Bundesvorsitzender der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU/CSU spricht in der Alu Rheinfelden klare Worte, zum Thema Flüchtlinge, Firmengründungen und Frühverrentung.

Bis zum späten Montagnachmittag wusste Carsten Linnemann, Bundestagsabgeordneter und Bundesvorsitzender der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU/CSU, noch nicht, was eine Butze in. Alois Franke, Vorstandsvorsitzender der Alu Rheinfelden, erklärte und zeigte in allen Einzelheiten, was alles dazu gehört, eine solche kleine Metallscheibe zu produzieren, aus der einmal eine Dose wird. Danach referierte Linnemann über Flüchtlinge, Firmengründer, Ruhestand und Redlichkeit.

Nach dem Rundgang durch die Semis GmbH traf sich Linnemann mit etwa 20 Wirtschaftsfachleuten aus den Kreisen Lörrach und Waldshut. Sie waren gespannt darauf, denn Linnemann ist für klare Worte bekannt, er stimmte auch gegen das letzte Griechenland-Rettungspaket. In seinem Vortrag stellte er, wie wohl in diesen Tagen nicht anders zu erwarten, das Flüchtlingsthema an den Anfang. Aber nur kurz, und auch nur um den Bezug zur Wirtschaft herzustellen.

 

 

Flüchtlinge: Es bleibe dabei, wer gefährdet ist, werde in Deutschland eine sichere Bleibe finden, hob Linnemann hervor. „Für die Wirtschaft aber haben Flüchtlinge kurzfristig keine Bedeutung, denn nach neuesten Untersuchungen sind die wenigsten sofort vermittelbar“, sagte er. „Zunächst gilt es, Sprachkenntnisse zu erwerben und vorhandene Fachkenntnisse zu analysieren.“ Insgesamt bestehe die Gefahr, dass die derzeitige Dominanz der Zuwanderung wichtige Themen der Wirtschaft in den Hintergrund treten lasse. Die Politik müsse sich vielmehr darum kümmern, dass die Leistungsträger für die Schaffung des Wohlstands, etwas von ihrer Arbeit haben und sie durch ständige Qualifikation die Wirtschaft voranbringen. „Das sind jene, die täglich früh zur Arbeit gehen, sich mit Ideen aufopfern und sich an dabei an Regeln halten“, erläutert Carsten Linnemann. „Das sind aber auch jene, die kreativ neue Lösungen suchen und die Firmen der Zukunft ins Leben rufen.“

 

Firmengründer: Deutschland mache es mit viel Bürokratie und verweigertem Risikokapital gerade jungen Firmengründern viel zu schwer, weshalb etliche von ihnen abwandern und tolle Entwicklungen dann eben nicht in Deutschland auf den Markt kommen. „So verlieren wir vielfach nicht nur die gute Position, sondern sogar den Anschluss.“ Visionen würden kaum gefördert, oft sogar behindert. Statt Selbständigkeit zu fördern, erarbeite das Bundesarbeitsministerium eine Richtlinie, wie ein Heimarbeitsplatz ausgestattet sein soll, kritisierte der CDU-Wirtschaftsfachmann. Wenn etwas Tolles herauskomme, müsse es kein Problem der Gesellschaft sein, ob dies an einem perfekten Arbeitsplatz oder am Küchentisch entstand.

 

Ruhestand: Ebenso unverständlich seien die Festlegungen für Rente und Ruhestand. So sei es unverantwortlich, dass qualifizierte Beamte und Angestellte ab einem festgesetzten Lebensalter in Pension und Rente gehen müssen, auch wenn sie gerne noch paar Arbeitsjahre dranhängen würden. „Die als Begründung für frühere Verrentung genannten Beschäftigten in Schwerstberufen erreichen doch oftmals schon etliche Jahre vorher kein volles Einkommen mehr, und genau für diese Periode bis zum offiziellen Rentenalter haben wir nichts getan“, bemängelte er mit Hinweis auf die Frühverrentung ab 63.

 

Redlichkeit: Massiv kritisierte Linnemann unsinnige Vorschriften, die die Sanierung bedeutender Verkehrswege erschweren, als Beispiel nannte er die bundesweit bekannte Autobahnbrücke über den Rhein bei Leverkusen. Zuhörer wiesen Linnemann auf verschiedene Probleme hin. So zeige nicht nur der aktuelle VW-Skandal, dass in der wirtschaftlichen Bildung die Redlichkeit dem Streben nach Gewinn vielfach gewichen sei. Ebenso bestätigt wurde die Aussage, dass vor allem Familienunternehmen ein viel realistisches Verhältnis zu Risiko und Zukunftssicherung besitzen. Bundestagsabgeordneter Armin Schuster – er hatte Linnemann eingeladen – äußerte die Hoffnung, dass die Vorgänge bei VW ein Wachrüttler für die Wirtschaft seien, um die Entwicklung Spitzenleistungen voran zu treiben, damit „Made in Germany“ wieder das Ansehen erlange, das es einst hatte.

 

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