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Rheinfelden Blockheizkraftwerk und Carsharing für Senioren

Energiedienst und Wohnbau haben Pilotprojekt zur Wärmeversorgung in der Seniorenwohnanlage in der Müssmattstrasse erfolgreich umgesetzt.

Das Pilotprojekt der Wohnbau mit Energiedienst in der Müßmattstraße 43 hat Zukunft. Ein modulares Wärmespeichersystem mit Blockheizkraftwerk (BHKW) leistet einen satten Beitrag für die Umwelt und garantiert Mitarbeitern und Bewohnern warme Räume im ganzen Gebäudekomplex. Zu dem gehören 75 Altenwohnungen, Sozialstation und Tagespflege der Caritas. Die neue Versorgungszentrale soll 106 Tonnen pro Jahr CO einsparen. Wohnbaugeschäftsführer Dieter Burger, Caritas-Chef Rolf Steinegger und Achim Geigle von Energiedienst sehen Vorteile für alle Partner. Der Clou: Elektroautos im neuen Projekt „my e-car“ werden mit bedient.

1Sparen die Mieter durch das Projekt? Bei der Vorstellung des Pilotprojekts, das ED als Referenzanlage auf der Verbrauchermesse in Freiburg präsentiert, sah Hausherr Dieter Burger das Interesse der Wohnbau voll erfüllt: 4017 Quadratmeter Wohnfläche und 400 Quadratmeter in der Tagespflege werden durch die Kooperation mit dem Energiedienstleister komfortabel mit Wärme und Warmwasser versorgt. Die Wohnbau hat dafür über 200 000 Euro in die Installation investiert. Erstmals sorgt in einem Objekt der Wohnbau ED als Dienstleister für den Betrieb. Die Nutzer profitieren von der neuen Technologie, die Eigenstromverbrauch beinhaltet, auch wirtschaftlich. Bei einem Verbrauch von 3500 Kilowattstunden Ökostrom rechnet ED mit Einsparungen von bis zu 70 Euro im Jahr.

2Wie profitiert die Caritas? Für Rolf Steinegger erfüllt das neue Versorgungssystem mehrere Anliegen, wie der Caritas-Geschäftsführer als Mieter der Anlage aufzeigte: Es versorgt mit Wärme und ist ökologisch einwandfrei und passt von daher gut ins Leitbild. Das verpflichtet sich, verantwortungsvoll mit der Umwelt aus Achtung vor der Schöpfung umzugehen. Die Sozialstation ist bereits seit 2013 mit E-Bikes unterwegs und nutzt das Car-Sharing-Angebot, das die Wohnbau mit zwei Parkplätzen kostenlos vor der Haustür für die Auslieferung von „Essen auf Rädern“. 30 000 Mahlzeiten werden jährlich von der Müßmattstraße ausgeliefert. Pro Tag rechnet Einsatzleiterin Liane Frey mit etwa 100 Essen, die auf mehrere Fahrten verteilt werden. Das Fahrzeug ist täglich drei Stunden für die Essensausteilung reserviert.

3Wer kann das Elektroauto nutzen? Das Auto, das Energiedienst mit der Stadtmobil Freiburg als Sharingpartner in der Adolf-Sänger-Straße mit einer Elektrotankstelle abstellt, kann von allen Mitarbeitern und Bewohnern in einem einfachen Buchungssystem mit Kredit- oder EC-Karte genutzt werden. Es steht aber nicht nur für die Wohnanlage zur Verfügung, sondern kann von den Mietern der weiteren Wohnbauobjekte in einem Radius von mindestens 200 Metern mitgenutzt werden. Dieter Burger sieht dabei Vorteile für mindestens 300 Personen.

4Was kostet die Nutzung des E-Cars? Christian Bersier, verantwortlich für „my e-car“ bei Energiedienst, geht davon aus, dass sich das Elektrofahrzeug für die Benutzer rechnet. Die Stunde kostet drei Euro, jede weitere Minute vier Cent und der Kilometer wird mit 15 Cent gerechnet. Die Reichweite beträgt im Schnitt 100 Kilometer, dann kann das Auto wieder an der Stromsäule „aufgetankt“ werden. Das Automatikauto fährt zwar nicht lautlos, wie sich bei der Demonstration zeigte: Das Geräusch geht aber nicht vom Motor, sondern von den Reifen beim Fahren aus.

5Wer ist an das Blockheizkraftwerk angeschlossen? Die neue Wärmezentrale in der Anlage für betreutes Wohnen wird vom Keller aus in zwei Räumen gesteuert und bedient. Die Kernelemente bestehen aus einem Blockheizkraftwerk (BHKW) mit bis zu 40 Kilowatt elektrischer Leistung, einem Spitzenlastkessel für besondere Anforderungen und einem modularen Wärmespeicher der 4000 Liter fasst. Klaus Nerz (Energiedienst) geht davon aus, dass im Jahr damit auch 250 000 Kilowattstunden Strom erzeugt werden, von denen 150 000 direkt vor Ort verbraucht werden. Alle sozialen Einrichtungen machen davon schon Gebrauch und 60 Prozent der Mieter sind schon dabei. Ziel ist es, mindestens 90 Prozent dafür zu gewinnen.

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