Rheinfelden Betreuungsverein sucht ehrenamtliche Helfer, die offen auf Menschen zugehen

Waltraud Hermann, die für den Raum Rheinfelden ehrenamtliche Betreuer für alte oder kranke Personen sucht, erklärt im Interview, welche Eigenschaften Interessierte mitbringen müssen.

Frau Hermann, wie haben Sie festgestellt, dass es im Raum Rheinfelden an ehrenamtlichen Betreuern fehlt?

Die Betreuungsbehörde schickt mir in regelmäßigen Abständen Anfragen, ob in Rheinfelden Betreuungen übernommen werden können. In jüngster Vergangenheit musste ich jedoch feststellen, dass die Betreuung abgelehnt werden musste, weil in Rheinfelden keine Personen zur Verfügung standen.

Auf welches Phänomen führen Sie diese Entwicklung zurück?

Da im St. Josefshaus und in mehreren Pflegeheimen viele betreuungsbedürftige Menschen leben, ergibt sich ein erhöhter Betreuungsbedarf.

Machen Sie in Lörrach und Umgebung andere Erfahrungen?

Es ist grundsätzlich in der Region schwierig, Betreuungspersonen zu finden. Aber: Durch die unterschiedliche Infrastruktur mit ländlichen Gegenden, wo auch heute noch die Familie Betreuungsaufgaben wahrnimmt, und die höhere Bereitschaft Betreuungen in der Stadt zu übernehmen, stellt sich die Situation in der Region gesamthaft anders dar.

Welche Voraussetzungen müssen denn potentielle Betreuungspersonen erfüllen?

Zunächst sollten geeignete Betreuungspersonen neugierig und vorurteilslos auf Menschen zugehen können. Daneben ist es von Vorteil, wenn man auch mit Behörden umgehen kann.

Welche Aufgaben kommen auf die Ehrenamtlichen zu?

Betreuer stellen für ihre Klienten Anträge auf etwaige staatliche Leistungen, verwalten zum Beispiel Bankkonten, wenn dies die Betroffenen nicht mehr können und organisieren zum Beispiel Hilfsdienste. Daneben fungieren sie als wichtige Netzwerkpartner zwischen den Klienten, den Diensten und den Leistungserbringern.

Wie werben Sie in der Stadt für den Betreuungsverein? Und könnte es sein, dass Sie da zu wenig machen?

Bisher haben wir mit Flyern geworben, die in den Rathäusern ausgelegt sind. Außerdem haben wir regelmäßig in den Gemeindemitteilungsblättern zur Weihnachtszeit für unsere Angebote geworben. Dies reicht jedoch offenbar nicht aus, um Menschen für unsere ehrenamtliche Arbeit zu gewinnen.

Und was wollen Sie weiter tun?

Wir sind bereits in der Vergangenheit an Firmen herangetreten, um für unsere Arbeit zu werben. Das uns entgegengebrachte Interesse war jedoch sehr unterschiedlich. Wir überlegen uns daher auch, Personalvertretungen für unsere Belange zu begeistern mit dem Hintergrund, dass sich auch darüber positive Synergieeffekte für die Arbeit des Betreuungsvereins ergeben und neue Betreuer gefunden werden können. Außerdem wollen wir bei der VHS ein Schulungsprogramm für Betreuer auflegen.

Was passiert, wenn das alles keine Früchte trägt?

Wenn wir für Rheinfelden niemanden finden, dann empfinde ich diese Situation für die zu betreuenden Menschen sehr traurig. Wir werden daher alles daran setzen, dass sich auch in Rheinfelden die Situation für alle unterstützungsbedürftigen Personen bald verbessert.

Fragen: Heinz Vollmar

Zur Person

Waltraud Hermann ist 53 Jahre alt, verheiratet und hat zwei Kinder. Die Sozialpädagogin arbeitet seit 1991 beim Landratsamt, seit 1994 ist sie die Geschäftsführerin des Betreuungsvereins. Wer sich für die Tätigkeit als Betreuer interessiert, kann ihr gerne eine Mail schreiben, Kontakt unter der Adresse: (waltraud.hermann@loerrach-landkreis.de).

Weitere Infos im Internet unter www.loerrach-landkreis.de

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