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Rheinfelden Austausch über den Atlantik

07.04.2011
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Experten aus den USA informieren sich im St. Josefshaus in Herten über die Arbeit mit Behinderten

Herten – Führungskräfte der Seven Hills Foundation aus den USA besuchten das St. Josefshaus, um sich über das deutsche System der Behindertenarbeit zu informieren. Im Gespräch mit der Leitung des St. Josefshauses fand ein reger Austausch über die heilpädagogische Praxis in beiden Ländern statt. Der Besuch erfolgte während einer Studienreise, mit der die Seven Hills Foundation, ein amerikanisches Sozialunternehmen mit rund 150 Einrichtungen in 17 Städten und Gemeinden in den Bundesstaaten Massachusetts und Rhode Island, seinen Führungskräften die Gelegenheit gibt, sich vor Ort mit der Theorie und Praxis sozialer Arbeit außerhalb der USA auseinanderzusetzen.

Die Studiengruppe interessierte sich besonders für das aktuelle behindertenpolitische Thema Inklusion. Dabei wollten die Amerikaner genauer wissen, wie das System der Behindertenhilfe in Deutschland politisch verortet ist. Von großem Interesse war dabei, wie Menschen mit hohem Hilfebedarf in das deutsche Gesundheitswesen integriert sind.

In der Aussprache, an der vom St. Josefshaus neben Direktor Bernhard Späth und der Bereichsleiterin Behindertenhilfe-Wohnen, Birgit Ackermann, auch der Rektor der katholischen Hochschule Freiburg, Edgar Kösler, teilnahm, stellte sich heraus, dass die Probleme der beiden Systeme in etwa miteinander vergleichbar sind. So gibt es in Amerika zwar einen höheren Prozentsatz an Menschen mit Behinderungen als in Deutschland und die amerikanischen Behinderteneinrichtungen werden überwiegend von privaten Organisationen geführt. Wodurch das Spenden- und Stiftungswesen in der amerikanischen Behindertenhilfe wesentlich ausgeprägter ist als in Deutschland.

Doch obwohl grundlegend unterschiedlich finanziert, ist interessanterweise beiden Systemen gleich, dass die Budgets für die Behindertenhilfe sowohl in Amerika als auch in Deutschland nicht entsprechend dem Hilfebedarf steigen. Während des Informationsaustauschs stellte sich heraus, dass das deutsche System der Behindertenhilfe wesentlich differenzierter aufgebaut ist als das amerikanische und auch etwas moderner. Kennzeichnend dafür ist, dass die Behindertenhilfe in Deutschland von Fachkräften getragen wird, während in Amerika wesentlich mehr angelernte Kräfte in den Einrichtungen tätig sind. Zum Ende des Gesprächs vereinbarten Späth und der Direktor der Seven Hills Foundation, David Jordan, dass zukünftig im Rahmen der Mitarbeiterentwicklung auch ein Austausch von Mitarbeitern aus dem St. Josefshaus in die USA ins Auge gefasst werden sollte.

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