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Rheinfelden Ausbildung: Politiker diskutieren bei Evonik über Zusammenarbeit mit der Wirtschaft

Bundestagsabgeordnete Armin Schuster und Michael Kretschmer zu Besuch. Berufsschule Rheinfelden wichtiger Partner bei der Ausbildung

Was macht eine gute Ausbildung aus und wo müssen Unternehmen und Politik enger zusammen arbeiten? Die Bundestagsabgeordnete Armin Schuster und Michael Kretschmer (CDU) diskutierten diese und weitere Fragen mit Oberbürgermeister Klaus Eberhardt, Eckhart Hanser von der DHBW und Vertretern von Evonik.

„Rheinfelden steht nicht nur mit anderen Unternehmen im Wettbewerb sondern auch mit anderen Standorten von Evonik“, sagte Standortleiter Peter Dettelmann. „Daher ist uns auch der Nachwuchs so wichtig: Von den ausgelernten Evonik-Azubis konnten wir dieses Jahr 95 Prozent direkt am Standort übernehmen.“ Dies gelinge aber nur mithilfe der Politik. Sie müsse die Rahmenbedingungen schaffen, damit Unternehmen wettbewerbsfähig bleiben, sowie die nötige Infrastruktur, damit Firmen weiterhin auf einem hohen Niveau ausbilden können. Dafür brauche es Ausbildungszentren auf dem Stand der Technik.

Hierzu zähle die Berufsschule in Rheinfelden, die dringend eine neue Ausstattung benötige. Oberbürgermeister Eberhardt betonte: „Die Berufsschule ist ein wichtiger Partner für die Unternehmen vor Ort, da in Rheinfelden ein Großteil der Auszubildenden aus einem Umkreis von 50 Kilometern kommt.“ Deswegen unterstütze die Stadt den geplanten Bau neuer Labor- und Fachräume an der Berufsschule mit Nachdruck. Das Land Baden-Württemberg könne mit einer Investition die Qualität der Ausbildung von Chemielaboranten entscheidend beeinflussen.

Neben der Ausstattung der Berufsschule ist im Dreiländereck auch Internationalität ein zentrales Thema. 2015 hatte Evonik ein Experiment gestartet und die ersten beiden französischen Azubis eingestellt, die gleichzeitig einen deutschen IHK-Abschluss und das französische Bac Pro (Fachabitur) machen. „Die Erfahrung aus diesem Pilotprojekt zeigt, dass viele bürokratische und kulturelle Hürden gar nicht so unüberwindbar sind, wie sie am Anfang scheinen“, berichtete der Rheinfelder Ausbildungsleiter Thomas Pietrek, „Man muss es einfach mal wagen.“ Der Bundestagsabgeordnete Michael Kretschmer, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion für Bildung: „Das Evonik-Pilotprojekt einer deutsch-französischen Berufsausbildung hat Modellcharakter und einen hohen Nutzen für beide Länder.“

Jedes Jahr investiert Evonik laut Ausbildungsleiter Klaus Lebherz bundesweit rund 65 Millionen Euro in die Ausbildung. Geld allein reiche jedoch nicht, um auf Spitzenniveau auszubilden. „Wir müssen den Menschen als Gesamtes betrachten, technische sowie soziale Kompetenz vermitteln und uns dem gesellschaftlichen Wandel stellen“, ergänzte er. Dazu zähle auch, mehr Frauen für technische Berufe zu begeistern. „Wir können das nur über Vorbilder schaffen“, sagte Standortleiter Dettelmann. „In den Bereichen Produktion, Sicherheit und Werkstätten haben wir hier am Standort Frauen an der Spitze.“

Aber auch die Vermittlung von Werten wird als Aufgabe der Ausbildung gesehen. In einer sich globalisierenden Welt seien Verständnis für andere Kulturen, Empathie für sozial Schwächere und Neugier auf das Fremde Kernkompetenzen. Deswegen schickt Evonik Rheinfelden alle Auszubildenden des dritten Lehrjahres für eine Woche in soziale Einrichtungen wie Pflegeheime, Flüchtlingsunterkünfte oder Sozialkindergärten. Großes Lob erhielt diese seit vielen Jahren gepflegte Tradition vom Abgeordneten Armin Schuster: „Die Soziale Woche bei Evonik ist vorbildlich.“

Wie es weitergeht? „Wir werden auch in Zukunft talentierte junge Menschen ausbilden. Diejenigen, die am besten zu uns und unseren Werten passen“, sagte Ausbildungsleiter Pietrek. „Für 2017 sind daher 40 Stellen geplant, Bewerbungen nehmen wir seit Juni entgegen.“

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