Ein einsam stehender, weißer Lastwagen mit Anhänger, an der Seite offen und darin Mengen verschiedener grauer Plastikbehältnisse – das ist der Blick, der sich einem bietet, wenn man die mobile Schadstoffsammlung besucht. Der Parkplatz des Europastadions ist einer der 32 Orte im Landkreis Lörrach, den das Schadstoffmobil im Landkreis Lörrach anfährt.
Leer bleibt der Platz trotz heraufziehender schwarzer Wolken nicht lange. Ein rotes Auto fährt heran, sicherheitshalber so nah wie möglich an den Lastwagen. Eine Frau steigt aus und öffnet den Kofferraum, der mit Farbeimern, Öl-Dosen und etlichem undefinierbarem Kleinkram vollgestopft ist. Ein Mitarbeiter kommt aus dem Lastwagen, betrachtet den Kofferraum und erklärt sofort: „Die Farbe können Sie hier aber nicht abgeben. Binderfarbe gehört in den Hausmüll.“ Den Rest kann die Frau problemlos abliefern.
Schon kommen die nächsten Autos angefahren. Auch ein Fahrradfahrer lehnt sein Rad an den Laster und nimmt eine gelbe Plastiktüte aus dem Korb. Er steigt die fünf Stufen zur Ladefläche des Schadstoffmobils hinauf, wo ein weiterer Mitarbeiter den Inhalt der Tüte, der sich als Batterien entpuppt, in Empfang nimmt und in den entsprechenden Behälter wirft. Auf dem Parkplatz gibt es währenddessen eine Diskussion zwischen einem Ehepaar und einem Mitarbeiter. „Ich dachte die Sammlung ist kostenlos!“, regt sich die Frau auf. So wurde es angekündigt, trotzdem müssen einige Besucher ihre Geldbeutel zücken: Denn aus Kulanz nimmt die Firma auch Dinge an, die nicht im Annahmekatalog stehen, beispielsweise Autobatterien, diese werden allerdings kostenpflichtig entsorgt.
Als die ersten Tropfen fallen, beeilen sich alle, wieder trockenen Fußes in ihre Autos zu kommen. Der Parkplatz ist plötzlich wie leergefegt. Erst als sich das Wetter wieder beruhigt, trauen sich die Nächsten an das Schadstoffmobil heran. Ein Mann kommt mit einem ganzen Arm voller Leuchtstoffröhren an, legt sie auf der Ladefläche des Lasters ab und geht zurück zu seinem Wagen, um noch einmal eine etwa gleichgroße Ladung zu holen. Ein Mitarbeiter der Schadstoffsammlung zählt sie gewissenhaft ab, denn maximal 100 gelten als nicht nachweispflichtig. Das ist eine Voraussetzung für die Annahme der Abfälle am Schadstoffmobil – kleine Mengen, die aus Haushalten, Kleingewerbebetrieben und öffentlichen Einrichtungen kommen. Die Höchstabgabemenge beträgt 100 Kilogramm.
Gelegentlich kommt es vor, dass Bürger ihre Schadstoffe zusammenschütten, sei es zur besseren Übersicht über die Abgabemenge oder zum besseren Transport, dabei können aber giftige Gase oder sogar explosive Mischungen entstehen, die das Personal der Entsorgungsfirma und auch den Bürger selbst in Gefahr bringen. Diesmal passiert nichts. Die dunklen Wolken, die über dem Parkplatz hängen, sind lediglich Gewitterwolken, und die Mitarbeiter des Schadstoffmobils fahren mit ihrem Laster unversehrt zu ihrem nächsten Einsatzort Grenzach-Wyhlen.
