Rheinfelden Aktion der Suchtberatung: Brille simuliert Alkoholrausch

Mit einer Aktion informieren die Villa Schöpflin und die bwlv-Fachstelle Sucht über die Folgen von Alkoholmissbrauch.

Mit einem Quiz und Rauschbrillen-Parcours wollten die Villa Schöpflin und die bwlv-Fachstelle Sucht über Alkohol und Sucht aufklären. Mit dem Stand auf dem Friedrichplatz in Rheinfelden beteiligten sie sich an der bundesweiten Aktionswoche Alkohol 2017 der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen. Die Angebote ergänzen sich: Die Villa Schöpflin aus Lörrach bemüht sich um Alkoholprävention bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen, während die Fachstelle Sucht Anlaufstelle für Suchtkranke ist.

Franziska Zehner von der Villa Schöpflin forderte die Passanten mit einem Quiz heraus, der mit Mythen über Alkohol aufräumte. Da hieß es auf den Wende-Kärtchen etwa: Tabak macht Krebs, Alkohol aber doch nicht? Auf der Rückseite stand die Lösung: Auch Alkohol verursacht Krebs. Für jeden Interessierten gab es auch einen kurzen Test zum Mitnehmen, mit dem der eigenen Alkoholkonsum kritisch hinterfragt werden konnte.

Die Rauschbrillen stießen auf Interesse. Das Tragen dieser Brillen führt zu einem verschwommenen Tunnelblick und Gleichgewichtsstörungen. Da wurde auch mal gelacht, wenn einer hilflos am Boden nach seinem Schlüssel fischte oder beim Slalom-Parcours die Hütchen wegtrat. Und auch einen Tennisball mit simulierten 0,8 Promille Blutalkohol zu fangen, ist alles andere als einfach. „Die Sicht war ganz komisch. Der Ball war vor mir, aber ich hab trotzdem zu tief gegriffen“, beschrieb der 17-jährige Marco seine Erfahrung mit der Rauschbrille.

Angesichts der Hitze und der wenigen Passanten wurde nach zwei Stunden wieder eingepackt. Für die Fachstelle Sucht waren Rebekka Steinle von der Zentrale in Lörrach und Ulrike Meisner von der Außenstelle in der Karl-Fürstenberg-Straße sowie die Ehrenamtliche Karin Brüggemann gekommen. Brüggemann leitet in Lörrach eine Selbsthilfegruppe für Alkohol- und Medikamenten-Abhängige. Sie bezeichnet sich selbst als „Betroffene“ und erzählte, dass die Sucht einen Betroffenen ein Leben lang begleitet. „Ich habe so einen Selbstschutz. Meine Kopf sagt mir schon, dass das Gift für mich ist“, erklärte Brüggemann. Alkohol gibt es für sie in keiner Form, weder in der Sauce, noch im Kuchen. Wenn feierlich angestoßen wird, ist in ihrem Sektglas einfach Wasser. „Es hat sich aber schon verändert“, meinte Brüggemann. „Man bekommt viel mehr alkoholfreie Sachen als früher angeboten.“

Weitere Infos im Internet unter www.villa-schoepflin.dewww.bw-lv.de/home

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