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Murg Von Weltenfahrern und Weltenerklärern

Kapelle Hiss spielt vor vollem Haus bei der Hotzenwälder Kleinkunstbühne im Café Verkehrt in Oberhof.

Das Alter bietet durchaus noch Neues. Schon mehr als 30 Jahre lang gibt es in Oberhof das Café Verkehrt. Die Kapelle Hiss ihrerseits zieht bereits seit über 20 Jahren durch die Lande. Doch erst vergangenen Samstag kreuzten sich der Tourplan der schwäbischen Polka-Rocker und das Programm der Hotzenwälder Kleinkunstbühne. Bei der Premiere sorgten fast 130 Gäste für ein volles Haus.

Die fünf Musiker stellten sich ihrem Oberhöfer Publikum mit „Polka für die Welt“ als Opener vor. In dem Hiss-Klassiker reimt sich Jacksonville auf Projektil, Messer auf Odessa und Cadiz auf Syphilis. Damit war ganz zu Beginn abgesteckt, um was es bei Hiss geht: um den archetypischen Mann, um Tod und Leben, um Fernweh und Sehnsucht, um „Bier, Wurst, Tanzmusik“, so der Titel eines anderen ihrer Stücke.

Sänger und Akkordeonist Stefan Hiss ist nicht nur Namensgeber der Band sowie Texter und Komponist der meisten ihrer Lieder. Er führte auch als Confé rencier durch den Abend. Nicht nur wegen des Clark-Gable-Bärtchens wirkte Stefan Hiss wie ein Wiedergänger Lou van Burgs, als er Weisheiten von und Weisheiten über Weltenfahrer- und Weltenerklärer wie Thor Heyerdal und Peter Scholl-Latour vortrug.

„Ein Seemann trinkt Rum, und er liebt das Meer und hat in jedem Hafen 'ne Braut“: Kein Klischee der Freddy-Quinn-Ära auslassend musizierte sich Hiss rund um den Globus herum. Meist im schnellen Zweivierteltakt der Polka, mal gemächlicher als Walzer, Cha-Cha-Cha oder Reggae. Im Reisegepäck waren Klassiker wie die „Friedhofspolka“ aber auch neue, noch nicht auf Tonträgern veröffentlichte Stücke wie das oben zitierte „Christliche Seefahrt“ oder das melancholische „Am Meer“.

Seicht wurde es nie. Dafür sorgte schon die in 2000 Konzerten bewährte Klasse der Musiker. Den größten Applaus gab es für Michael Roth nach einem furiosen Mundharmonika-Solo. Präzise wie eine Rhythmusmaschine war Bernd Öhlenschläger am Schlagzeug. Thomas Grollmus (Gitarre, Mandoline, Gesang) und Volker Schuh (Bass) komplettierten die Crew um Stefan Hiss.

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