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Lörrach Weichenfreie Verknüpfung am Katzenbergtunnel realistisch

Ehemaliger Verkehrsdezernent Holderried sieht Chancen für Verbindung an der alten Rheintalbahn

Die von der Region geforderte niveaufreie, also weichenfreie, Verknüpfung des dritten und vierten Gleises mit der alten Rheintalbahn nördlich des Katzenbergtunnels scheint keineswegs chancenlos. Das zumindest betont Walter Holderried zum Ende seiner Amtszeit als Erster Landesbeamter und für Verkehr zuständiger Dezernent im Landratsamt Lörrach.

Es ist seit Jahren eine Kernforderung des Kreises: eine weichenfreie Verknüpfung des dritten und vierten Gleises mit der bestehenden Rheintalbahn nördlich des Katzenbergtunnels. Nur diese mittels Überwerfungsbauwerken oder auch mit Unterführungen geschaffene Verbindung gewährleiste die Kapazitäten, die notwendig seien, den Nahverkehr auf der Strecke mittel- und langfristig ausbauen zu können und den Güterverkehr auf den Katzenbergtunnel zu konzentrieren, lautet das Argument des Kreises. Bislang allerdings schien er damit eher als einsamer Rufer in der Wüste. Nun aber meint Walter Holderried Indizien eines Umdenkens zu erkennen. Die letzte Sitzung des Projektbeirates in Berlin jedenfalls habe für ihn sichtbar gemacht, dass die Perspektive der Region nachvollzogen werde, schildert er. Der Kreis habe in der eisenbahn-betriebswirtschaftlichen Studie einen Gesamtblick auf die Systemkapazität gerichtet. Diese Perspektive erkenne das Gremium inzwischen an. Es sei mittlerweile Konsens, dass das Thema nicht mehr nur unter dem Aspekt Katzenbergtunnel diskutiert werden könne; vielmehr gehe es darum, die zusätzlichen Spielräume zu bewerten, die eine niveaufreie Verknüpfung eröffne. Die Frage, die derzeit vor allem diskutiert werde, sei gar nicht mehr das Das sondern eher das Wo und Wie, macht Holderried Hoffnungen.

Dabei gehöre zwar auch die Antragstrasse der Bahn, die eben nur auf eine Weiche setzt, zum Spektrum; ebenso ernsthaft werde aber über diverse Standorte und Varianten einer niveaufreien Verknüpfung diskutiert, also über die bei Hügelheim, wo zwei Versionen im Raum stehen und unter finanziellen Gesichtspunkten nach aktuellen Kalkulationen allemal die günstigste zu realisieren wäre; dazu gehört aber auch die von Bürgerinitiativen skizzierte „Bestvariante“ in Auggen. Aktuell gehe es vor allem um die Frage, ob der Bund bereit sei, zusätzliche Mittel bereitzustellen, um die Akzeptanz des Projektes in der Region zu erhöhen. Aber auch da gebe es Anlass für Optimismus. Bei einem Vor-Ort-Termin in Eimeldingen Ende August sei es seiner Einschätzung nach zumindest gelungen, den verkehrspolitischen Sprecher der Bundestagsfraktion von CDU/CSU, Ulrich Lange, dafür zu sensibilisieren, dass sich der Sündenfall Eimeldingen nach Norden hin nicht wiederholen dürfe. Als nächste wichtige Station auf dem Weg, einen weiteren Sündenfall zu vermeiden, ortet Holderried nun die Entwicklung beim Offenburger Tunnel. Dort wird es eine Bundestagsentscheidung geben, sagt er. In diese aber müsse auch das Anliegen aus dem Kreis und dem Markgräflerland aufgenommen werden.

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