Lörrach Wahlen, Wechsel, Weichenstellungen

2013 brachte dem Kreis große Veränderungen. Ein kurzer Ausblick auf das neue Jahr 2014

Nichts ist so beständig wie der Wandel. Deshalb gibt es kaum eine Jahresbilanz, die sich nicht an besonderen Wechseln festmachen ließe. Das gilt auch für 2013. Doch die Besonderheit an diesem Jahr aus Lörracher Perspektive ist, dass viele Weichenstellungen erst 2014 endgültig erfolgen werden. Das gilt natürlich auch für die Ankündigung des Jahres schlechthin: Weil OB Heute-Bluhm ihr Amt aufgibt, steht den Lörrachern ein Wahljahr bevor.
 

CDU am Zug

Ein Bild, das von 2013 in Erinnerung bleiben wird, ist das vom Bundestagsabgeordneten Armin Schuster, der bei der Wahlparty in der Café-Bar auf den Tisch stieg, um sein hervorragendes Wahlergebnis und das gute Abschneiden der CDU auch in der Stadt Lörrach zu würdigen. Mit diesem Augenblick begann in Lörrach der Kommunalwahlkampf. Die CDU-Fraktion, die sich bisher mangels einheitlicher Strategie unter Wert verkauft hatte, ließ plötzlich die Muskeln spielen. Zu eigener Gestaltungskraft hat das zwar noch nicht gereicht, doch immerhin konnte die Union einige ihr unliebsame Entwicklungen abblocken oder verschieben (Ausbau Fußgängerzone, Sperrung Senigallia-Platz, Sanierung Hebelpark).Eine Schlüsselrolle nimmt Petra Höfler als neue Fraktionsvorsitzende ein. Sie übernahm 2013 das Amt von Ulrich Heuer, der aus privaten Gründen kürzertreten möchte. Petra Höfler, die in diesem Jahr die Leitung des Weihnachtsmarkts abgab, ist 2014 gleich bei zwei Wahlen mit der CDU in der Pole-Position gefordert. Spannend dabei: Tritt Ulrich Lusche als Stimmenkönig der letzten Gemeinderatswahl wieder für das Kommunalparlament an oder gar bei der OB-Wahl?

Absehbare Wechsel

Fast alle Gemeinderatsfraktionen werden altgediente Mitglieder verlieren: Ursula Vollmer, Wolfgang Krämer, Herbert Piorr (alle CDU), Werner Lacher, Erika Brogle (Freie Wähler), Mario Perinelli, Eugen Paul (Liberale) und Vreni Hirt (SPD) haben schon erklärt, nicht mehr antreten zu wollen. Mit den Liberalen verschwindet 2014 sogar eine ganze Fraktion, wobei Fraktionssprecher Marcel Matt bei den Freien Wählern antritt. Ob diese Gruppe damit gleich die ganzen Potenziale der Liberalen abschöpfen kann, ist offen.

Kirchen

Den personellen Umbruch, den die Kommunalpolitik erst noch bewältigen muss, haben einige Kirchengemeinden schon hinter sich gebracht. Tief greifend sind die Veränderungen an der evangelischen Stadtkirche und in der katholischen Seelsorgeeinheit.Bei beiden Pfarrer kündigten nach erfolgreichen 17 Jahren im Amt kurz nacheinander ihren Weggang an: Matthias Ibach wurde Leiter der katholischen Seelsorgeeinheit Kippenheim/Mahlberg/Sulz. Er hatte sich in Lörrach und Inzlingen besonders für das Zusammenwachsen der fünf Pfarreien als Seelsorgeeinheit engagiert. Martin Abraham, der an der Stadtkirche als „Ort öffentlichen Nachdenkens“ in die städtische Öffentlichkeit hineingewirkt hat, wechselte als Studienleiter an die evangelische Tagungs- und Begegnungsstätte Schloss Beuggen. Seine Nachfolge ist nicht offen. Einstweilen ist Wolfgang Gehring hier und in Inzlingen Vakanzpfarrer. An der Christuskirche ging die Vakanz nach zwei Jahren mit der Amtseinführung von Pfarrer Markus Schulz zu Ende. Ob die Matthäuspfarrei (Stadtkirche) die Bewerbung von Pfarrerin Gudrun Mauvais annehmen wird, wird im Januar entschieden. Bei den Katholiken mit Thorsten Becker ein Pfarrer als Leiter der Seelsorgeeinheit sein Amt an, der seine Kirche nach innen und außen deutlicher profilieren und in der städtischen Öffentlichkeit stärker wahrnehmbar machen will, als das bisher der Fall war. Der unübersehbare Kulturwandel hier wird mit gespannter Neugier begleitet.

Die Kultur des Neuen

In den städtischen Kultureinrichtungen ist der Umbruch ebenfalls vollzogen. Lars Frick hat als neuer Fachbereichsleiter mit konzeptioneller Denke und offensichtlichem Organisationstalent die Musikschule neu aufgestellt und darüber hinaus Skizzen für eine allgemeine Kulturentwicklung aufgezeigt. Sabine Dietrich, die als neue Leiterin der Stadtbibliothek stark mit internen Themen und mit der Diskussion um die Mittwochsöffnung gebunden war, zeigt etwa bei der Konzeption der Veranstaltungen und bei neuen Aufgaben der Bibliotheksarbeit eine klare Linie, ebenso wie Tim Krause, der als neuer Geschäftsführer des Nellie Nashorn die Kultur von unten wieder neu beleben will. Und nicht zu vergessen: Das erste „Stimmen“-Festival von Markus Muffler hat mit dem ungezwungenen, urbanen Flair den Nerv des Publikums getroffen.

Geschichte und Zukunft

Kompetenz von außen und Sachkenntnis in der eigenen Stadt gingen 2013 bei der Aufarbeitung der NS-Zeit in Lörrach eine fruchtbare Verbindung ein. 2014 folgt nun der Blick auf den Ersten Weltkrieg. Das Museum ist federführend für die Kooperation der Geschichtsmuseen am Oberrhein. Nach dem NS-Projekt ist die Erwartungshaltung groß. Das Vertrauen in die weitere Beschäftigung mit der Vergangenheit aber auch.

 

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