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Lörrach - Synagoge geht Vollendung entgegen

28.08.2008
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Noch geben auf der Baustelle an der Rainstraße die Handwerker den Ton an. Derweil wird für die Einweihung der Synagoge am 9. November geplant. Dieses neue Gemeindezentrum der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG) Lörrach wurde im Frühjahr um den König-David-Saal (ehemals Königreichsaal der Zeugen Jehovas) erweitert. Die Räume am Berliner Platz hat die Gemeinde dafür aufgegeben.

Lörrach - Der Synagogen-Neubau strebt seiner Fertigstellung entgegen und man sieht schon, dass es ein gutes Bauwerk werden wird. Wolfgang Fuhl, als Vorsitzender der Isrealitischen Religionsgemeinschaft (IRG) Baden oberster Vertreter des Bauherrn, des Oberrates, ist voll des Lobes über die Arbeit des Lörracher Architekturbüros Wilhelm und Hovenbitzer und Partner. Auf engem Platz und mit schmalem Budget ist den Planern hier keine leichte Aufgabe gestellt. In einer frühen Phase der Projektentwicklung wurde das Synagogengebäude aus städtebaulichen Gründen um ein Geschoss auf drei verkleinert, während der quer gestellte Erschließungsbau dahinter vier Etagen hat. Er enthält unter anderem zwei koscheren Küchen (finanziert vom Förderverein Synagoge Lörrach), Büros, Haustechnik - und vor allem das rituelle Bad, die Mikwe. "Darauf sind wir besonders stolz", sagt Fuhl, denn eine Mikwe habe nicht jede Gemeinde.

Mit der Verkleinerung des Hauptgebäudes war kein Platz mehr für einen eigenen Veranstaltungsraum, so Fuhl. Im Erdgeschoss befindet sich nun ein Kiddusch-Raum für gemeinsame Essen nach Gottesdiensten. Er wird auch für Veranstaltungen mitgenutzt werden. Dafür steht der IKG künftig nebenan vor allem der König-David-Saal zur Verfügung. Die Gemeinde hat das Gebäude von den Zeugen Jehovas gekauft. Es bekam eine neue Heizungsanlage, Duschen und Toiletten wurden modernisiert, eine kleine koschere Küche eingebaut und der Saal mit Bühne hergerichtet. Die jüdische Gemeinde zog dann von ihrem Provisorium am Berliner Platz in dieses Provisorium, dessen Tage gezählt sind. Nach der Einweihung der Synagoge wird sie hier einen Veranstaltungsort haben.

So entsteht nun also ein mehrteiliges Zentrum für die 420 Mitglieder zählende jüdische Gemeinde Lörrach. Der König-David-Saal dient derzeit auch für Gottesdienste. Darum werden dort die beiden Thorarollen für den gottesdienstlichen Gebrauch in einem schlichten Schrein aufbewahrt. Den Schrein für die neue Synagoge mit Platz für fünf Schriftrollen schafft derzeit ein israelischer Künstler in Jerusalem. Die dritte Thorarolle für den Gottesdienst werden katholische und evangelische Christen der Dekanate im Kreis Lörrach der IKG zur Einweihung der Synagoge schenken. Ob das Geschenk rechtzeitig da sein wird, ist noch offen. Überdies wurde jene Rolle der fünf Bücher Mose aus der am 10. November 1938 zerstörten Lörracher Synagoge gerettet und befindet sich in Privatbesitz. Aus ihr wurde bei der Gründung der Gemeinde 1995 im Museum am Burghof gelesen. Wolfgang Fuhl, der auch zweiter Vorsitzender der IKG Lörrach ist, hofft, dass diese historische Thorarolle auch einmal in der neuen Synagoge ihren Platz finden wird.

Für die Eröffnungswoche wurde unterdessen ein umfangreiches Programm mit Festakt, Gottesdiensten, Konzert und Vorträgen geplant. Michel Friedman am 11. November (Thema: "Ist Multikulti gescheitert?") und Reuven Barak vom Jüdischen Nationalfonds, der größten Umweltorganisation Israels, über "60 Jahre Israel" sind die prominenten Referenten. Zur Einweihung der Synagoge wird auch der aus Lörrach stammende Rabbiner Sehlinger aus den USA erwartet.

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