Lörrach Schulprojekt fördert kleine Forscher
13.02.2012
„Phaenovum junior“ ist eingeführt. Das vom Innocel-Innovationscenter initiierte Projekt möchte Lörracher Grundschülern Naturwissenschaften und Technik nahe bringen. Nach einer zweieinhalbjährigen Pilotphase an drei Lörracher Grundschulen startete der Ableger des Schülerforschungszentrums „Phaenovum“ mit Beginn des laufenden Schuljahres in eine vierjährige Einführungsphase. Inzwischen haben bereits alle teilnehmenden Schulen den ersten Unterrichtsblock abgeschlossen.
Auch die Grundschüler der Albert-Schweitzer-Schule nehmen am Projekt teil. In einer ersten Doppelstunde haben die Drittklässler der Lörracher Nordstadt-Schule die Magnetkraft und ihre Wirkung erforscht. In einer weiteren Doppelstunde konnten die Kinder mit Eisenspänen auf einer Folie das Magnetfeld selbst sichtbar machen. Nach diesen Erfahrungen hatten die Schüler eine Idee vom Magnetfeld der Erde – und bastelten anschließend mit einer selbst magnetisierten Stopfnadel einen Kompass. Angeleitet wurden sie neben ihrem Klassenlehrer und der Phaenovum-Expertin Franziska Kunow auch von engagierten Eltern, die sich für die ehrenamtliche Mithilfe zur Verfügung stellen. Die Einbeziehung der Eltern ist es auch, die das Besondere des Projekts ausmacht.
Während bei anderen schulischen Weiterbildungsprojekten Dozenten von außen Wissen in die Schulen tragen, werden die Inhalte hier vor Ort erarbeitet – und verbleiben danach in der Schule. Denn das Projekt ist ebenso wie die Zusammenarbeit mit den Eltern auf eine langjährige Dauer angelegt. Auf diese Weise sollen zum einen die Mütter und Väter ihr von den Phaenovum-Experten erlerntes Wissen innerhalb der Schule und Familie weitergeben. Zum anderen soll sich die Einführung des Technik- und Experimentierunterrichts in den Schulen verselbständigen – und zwar derart, dass nach Ablauf der Einführungsjahre Lehrer und Eltern auch ohne die Phaenovum-Gruppe mit dem Unterricht weitermachen, so die kaufmännische Geschäftsführerin von Phaenovum, Helga Martin. Die Teilnahme der Eltern macht außerdem eine Arbeit in kleinen Gruppen möglich. Das ist gerade bei der Realisierung von Experimenten sehr wichtig, sagt der Rektor der Albert-Schweitzer-Schule Günther Schyja, der von „Phaenovum junior“ derart begeistert ist, dass er sich eine überregionale Ausweitung des Projekts vorstellen kann. „Gerade das Experimentieren erfordert von den Kindern ein großes Maß an Kooperationsbereitschaft“, so der Schulleiter. Das Vorgehen, also das Aufstellen und Überprüfen einer wissenschaftlichen These, fördere außerdem logisches und kombinatorisches Denken, das so auf keinem anderen Gebiet gefördert wird. Dass die Schüler in geplanten 32 Schulstunden während ihrer Grundschulzeit am Phaenovum-Unterricht teilnehmen und zu Themen wie Elektrizität, Optik, Luft, Kraft und Hebel unterrichtet werden, hat für den Förderer des Projekts, die Sparkasse Lörrach-Rheinfelden, nicht nur eine entwicklungsfördernde Wirkung auf den einzelnen Schüler. Mit dem geweckten Interesse der Jungwissenschaftler will die hiesige Sparkasse, so Marketingdirektor Michael Schleith, auch Nachwuchskräfte für die Region gewinnen.
