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Lörrach - Resonanz auf den Probelauf

Zum ersten Mal in der siebenjährigen Geschichte des Vereins für Schwule und Lesben werden die Rainbowstars am 4. Februar am Fasnachtsumzug durch die Lörracher Innenstadt teilnehmen. Unter dem Motto "Bunt - na und?" werden sich die Mitglieder vor der Eisbären-Clique und hinter dem Spielmannszug ins bunte Narrentreiben einreihen.

Gemeinsam Fasnacht feiern wollen die Rainbow-Stars mit dem Vorsitzenden Jonny Schuler (links) und die Narrengilde mit Obergildemeister Jörg Rosskopf. | Bild: Maja Tolsdorf

Lörrach - Am Wochenende haben die Rainbow-Stars in der Innenstadt auf ihr Vorhaben aufmerksam gemacht.

Noch stehen die Rainbowstars nicht im Zentrum der Aufmerksamkeit. Die Hauptrolle spielte am Samstagmittag in der Lörracher Innenstadt das Narrenbaumstellen. Dort drängten sich die Menschen und reckten die Hälse, dort feierten die Narren gemeinsam mit zahlreichen Besuchern. Der Infostand des schwul-lesbischen Vereins hingegen stand etwas fernab unter den Kilian-Arkaden. Doch schon bald wird das anders sein, werden die schwul-lesbischen Mitglieder dazugehören und sich ins närrische Treiben integrieren. "Und die Lörracher Fasnacht steht hinter uns", sagt Jonny Schuler, Rainbowstars-Vorsitzender, und freut sich sichtlich über die positive Reaktion der Narrengilde. Anfangs sei da seitens der Narren schon Skepsis gewesen, "doch wir fühlen uns willkommen und das ist schön".

Und tatsächlich schauten zahlreiche Hästräger am Stand der Rainbowstars vorbei, unterhielten sich und scherzten mit den Mitgliedern. Auch Obergildenmeister Jörg Rosskopf hat mit der Integration der Schwulen und Lesben ins närrische Treiben "überhaupt gar kein Problem". Es gebe Regeln, an die sich jeder zu halten habe und ansonsten wolle man einfach gemeinsam feiern. "Je mehr sich die Menschen mit der Homosexualität auseinander setzen, desto normaler wird das Thema", sagt Jonny Schuler, Vorsitzender der Rainbowstars im Gespräch. Deshalb möchten sich die Schwulen und Lesben in die Gesellschaft einbringen, anstatt sich auszugrenzen. "Wir sind zwar sexuell anders orientiert als die Mehrheit der Bevölkerung, doch haben wir dieselben Bedürfnisse, Wünsche und Sehnsüchte", erklärt Schuler. Alles andere seien Vorurteile, denen der Verein - auch mit seiner Präsentation zur Fasnacht - entgegen treten möchte.

Die Beteiligung eines schwul-lesbischen Vereins an der Fasnacht sei laut Schuler sogar für den gesamten südbadischen Raum ein Novum. Dass es vielleicht auch unangenehme Situationen oder blöde Sprüche geben könnte, darüber sind sich die Homosexuellen bewusst. "Doch wir wollen uns nicht provozieren lassen". Deshalb sei die Devise des Vorsitzenden und der übrigen Mitglieder "Da rein, da raus". Gespannt erwarten die Rainbow-stars den 4. Februar und ihre Beteiligung am Umzug. "Wer weiß, was draus wird, vielleicht gründen wir eines Tages eine schwul-lesbische Fasnachtclique?", sagt Jonny Schuler.

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