Lörrach Prävention an erster Stelle

Projekt mobiler Jugendarbeit in Lörrach. „Wir kümmern uns“ an Brennpunkten der Stadt

Lörrach (dam) Wo sich Jugendliche im öffentlichen Raum aufhalten, können Probleme entstehen. Um dabei frühzeitig eingreifen und Konflikte oder Sachbeschädigungen verhindern zu können, setzt die Stadt ab sofort ein mobiles Team ein. Neu an dieser Konstellation ist die Zusammenarbeit von Gemeindevollzugsdienst für die Aspekte von Sicherheit und Ordnung mit einem erfahrenen Streetworker, der sozialpädagogisch auf die Jugendlichen eingehen kann. Nach einer Testphase wird das Team im Sommerhalbjahr an fünf Abenden in der Woche unterwegs sein.

„Wir kümmern uns“ heißt das Projekt, das im vergangenen Sommer vom Gemeinderat bewilligt wurde. Im Kern sieht es vor, einen Mitarbeiter des Gemeindevollzugsdienst und einen Streetworker der mobilen Jugendarbeit gemeinsam dorthin zu schicken, wo sich Jugendliche aufhalten und wo Probleme mit Lärm, Verschmutzung oder Sachbeschädigung drohen. Während bei diesen Aspekten das Team klare Regeln formuliert und sie notfalls auch mit Polizei und Justiz durchsetzen will, geht es beim Aspekt Sozialarbeit, der in Kooperation mit der Kaltenbachstiftung beigetragen wird, zunächst einmal darum, mit den Jugendlichen in Kontakt zu kommen.

Jan Funke hat als Mitarbeiter der Kaltenbachstiftung bereits mehrjährige Erfahrung mit mobiler Jugendarbeit. Er kennt viele Jugendliche und sie kennen ihn. Dadurch fällt der Kontakt leichter und das wiederum bietet die Chance zu erkennen, bei welchen Jugendlichen sich grundsätzlichere Probleme zusammenbrauen. Sie können dann in Beratung oder in Jugendprojekte vermittelt werden. Es gebe Jugendliche, die vielleicht beim Feiern am Wochenende gelegentlich über die Stränge schlagen. Bei ihnen, so berichtet Funke, müsste man nur auf die Einhaltung der Regeln achten. Bei anderen, die grundsätzlicher Schwierigkeit hätten, ihr Erwachsenwerden auf die Reihe zu bekommen, gelte es, präventiv einzugreifen.

Orte, bei denen das sogenannte SIP-Team auftritt (SIP steht für Sicherheit, Intervention, Prävention), sind etwa das Grütt, der Aichele-Park, die Campus-Zone mit dem Rosenfelspark, der Bolzplatz beim Innocel, das Wiese-Ufer, das Vogelbach-Areal oder verschiedene Schulhöfe. Bei dem Projekt gehe es nicht darum, Jugendliche aus dem öffentlichen Raum zu verdrängen, betonten gestern Bürgermeisterin Marion Dammann und Fachbereichsleiterin Isabell Krieg (Bürgerdienste) übereinstimmend. Vielmehr gehe es darum, dafür zu sorgen, dass dies allgemeinverträglich bleibe. Dass mit dem Projekt Regelverstöße zielgerichtet geahndet werden können, ist das eine. Im Vordergrund steht jedoch immer die Prävention: „Wenn man Probleme mit einem guten Gespräch lösen kann, ist das der bessere Deal“, sagt SIP-Mitarbeiter Horst Frey.

Für das Projekt „Wir kümmern uns“ sind für dieses Jahr 51 000 Euro Personalkosten vorgesehen. In den Sommermonaten soll das Team von Dienstag bis Samstag allabendlich unterwegs sein. Die Arbeit wird umfassend dokumentiert und am Ende sorgfältig ausgearbeitet – wenn möglich mit einer der beiden sozialpädagogischen Fachhochschulen aus Freiburg.

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