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Lörrach Klimaschutz: Familien im Einklang mit der Umwelt

Das Projekt Klimafamilien ist abgeschlossen. Nicht alle Teilnehmer hielten durch, verändert haben sie ihre Handlungsweisen jedoch nachhaltig.

Es war ehrgeiziges Projekt: 32 Familien verpflichteten sich für ein Jahr zu einem möglichst klima- und umweltschonenden Lebenswandel. Das Resümee: Obwohl nicht alle Familien das ganze Jahr dabei blieben, konnten Handlungsweisen nachhaltig verändert und viele Denkanstöße gesetzt werden.

Die Klimafreunde Lörrach riefen das ehrenamtlich geleitete Projekt mit Unterstützung der Stadt ins Leben. 32 Familien aus Lörrach und Umgebung erklärten sich nach dem Aufruf bereit, ein Jahr lang einen bewussteren Umgang mit Ressourcen und einen nachhaltigeren Lebensstil zu üben. Dazu ermittelten sie zunächst ihren persönlichen ökologischen Fußabdruck, um sich dann Ziele zu setzen und Optimierungsmöglichkeiten zu erarbeiten.

Jeweils drei Monate widmeten sich die teilnehmenden Familien den Themenkomplexen Ernährung, Mobilität, Konsum und Wohnen. 28 Veranstaltungen, darunter Vorträge, Kurse, Tauschbörsen, Workshops, begleiteten das Projekt und die Familien in ihrem Vorhaben, ressourcensparender zu leben. „Am wichtigsten waren den Familien die Austauschtreffen“, sagt Projektkoordinatorin Amandine Tupin, die das Projekt ehrenamtlich koordinierte. Bei den Treffen wurde rege diskutiert, wurden Kenntnisse und Erfahrungen ausgetauscht. Welche Waren kann man wo am besten ohne Verpackung kaufen? Wie kann man nachhaltigen Konsum organisieren, ohne dass die komplette Freizeit dafür draufgeht? Welche Möglichkeiten gibt es, Strom zu sparen?

Wichtig war auch das Einbeziehen der Kinder. Eine ressourcensparende Lebensweise muss von der ganzen Familie getragen werden. Amandine Tupins Bilanz sieht durchwachsen aus. Es sei schwierig gewesen, die Leute ein ganzes Jahr bei der Stange zu halten. „Ein Jahr war wohl zu lang“, sagt sie. Das Projekt startete im Oktober 2015 und dauerte bis November 2016. Nach den Sommerferien seien einige Familien ausgestiegen. Rückmeldungen hätten aber ergeben, dass sich auch bei den Familien, die nicht durchhielten, die Lebensweise nachhaltig verändert hat. „Bei Rückfragen merkte man, da ist trotzdem viel passiert“, sagt Tupin. Viele Teilnehmer hätten ökologisches Handeln in ihren Alltag integriert, sparten Energie oder fuhren weniger Auto.

Eine Teilnehmerin etwa berichtete, dass ihr jetzt bewusster sei, dass sie Strom verbraucht, sobald sie im Haushalt einen Schalter drückt. Sie verbrauche außerdem weniger Verpackungsmaterial. Eine andere Familie verzichtet auf den Zweitwagen, nutzt viel häufiger das Fahrrad und überlegt bei jeder Anschaffung viel bewusster, ob sie wirklich nötig ist. Andere essen seltener Fleisch oder immer häufiger auch vegan. Durch die intensive Öffentlichkeitsarbeit dürften Leute von der Idee des Projektes erreicht worden sein, die selbst nicht teilnahmen, ist Tupin überzeigt. Mitteilungen in den Medien über die Veranstaltungen sowie Erfahrungsberichte der Teilnehmer könnten auch andere angeregt haben, Handlungsweisen zu überdenken und zu verändern.

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