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Lörrach - Kinderpornografie auf dem PC

Die "Operation Himmel" war ein deutschlandweiter Schlag gegen Kinderpornografie. Auch im hiesigen Raum wurden dabei Fälle aufgedeckt. Jetzt musste sich vor dem Lörracher Amtsgericht ein Mann verantworten, auf dessen Computer die Polizei 24 kinderpornografische Bilder fand.

Symbolbild
Symbolbild | Bild: dpa

Lörrach - Der Mann muss 800 Euro an den Kinderschutzbund zahlen.

Neben mehr als 600 Dateien mit Erwachsenen-Pornografie fand die Polizei auf dem Rechner des Mannes die Sexbilder mit Kindern. Auf die Schliche gekommen waren ihm die Ermittler, weil ein Internet-Provider den Hinweis gegeben hatte, dass bestimmte kinderpornografische Seiten häufig angeklickt würden. Die Polizei hat sich daraufhin in den entsprechenden Server eingeloggt und über die IP-Nummern, die jeder Computer hat, ermittelt, wer auf diese Seiten zugreift. Laut Auskunft der Polizei gab es dabei ganz erhebliche Fälle, in denen eine Vielzahl strafbarer Dateien gefunden wurden, aber auch kleinere, wie der nun verhandelte. Im Bereich der Polizeidirektion Lörrach-Waldshut waren es rund 40 Fälle, in denen im Rahmen der "Operation Himmel" ermittelt wurde.

Im verhandelten Fall fand der Computerspezialist der Polizei die 24 Bilder in Cache-Dateien des Internet-Browsers. Dort werden Daten von Internet-Seiten, die man aufgerufen hat, gespeichert. Vor Gericht sagte der Angeklagte: "Ich weiß nicht, wie diese Dateien dorthin gekommen sind. Ich habe diese Bilder nie gesehen." Er gab zu, häufiger auf Sex-Seiten im Internet gewesen zu sein, aber nur solchen mit Erwachsenen-Pornos. "Beim Durchsurfen bin ich sicher in Randbereiche gekommen, die in Richtung Kinderpornografie gingen", sagte er. Diese Seiten habe er aber meist sofort wieder geschlossen, gespeichert habe er nichts.

Der ermittelnde Kriminalbeamte berichtete, aufgrund der Art, wie die Bilder im Browser-Cache verteilt waren, müssen solche Seiten mehrfach besucht worden sein. "Meine Erfahrung ist: Man muss wissen, wo man solche Seiten findet. Ich selber bin noch nie zufällig auf solche Seiten geraten, aber ich kann auch nicht sagen, dass es niemals passiert", meinte der Beamte.

Wie der Vertreter der Staatsanwaltschaft erläuterte, ist das Anschauen von Kinderpornografie nicht strafbar, nur der Besitz wird strafrechtlich verfolgt. Erst wenn Bilder auf dem Computer gespeichert werden, verstößt man also gegen das Gesetz. Im Cache werden die Dateien automatisch gespeichert; ob der nicht vorbestrafte Angeklagte kinderpornografische Seiten absichtlich besucht hat, ließ sich nicht nachweisen. Das Gericht stellte deshalb das Verfahren unter der Auflage ein, dass der Angeklagte 800 Euro an den Kinderschutzbund zahlt. Der Mann war damit einverstanden.

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