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Lörrach Frost bringt Rohre zum Platzen

10.02.2012


Zwei größere Rohrschäden im Leuselhardtweg und in der Basler Straße haben am Freitag in Lörrach die Badenova-Bereitschaftstrupps in Atem gehalten.

Der starke Dauerfrost der vergangenen Tage setzt überall im Südwesten den Trinkwasser-Leitungsnetzen zu. Da, wo Rohrleitungen bereits durch starke Verkehrsbelastungen, durch ihr Alter oder durch Erdverschiebungen Vorschädigungen haben, besteht jetzt die Gefahr von Rohrbrüchen. In Lörrach setzt der Wasserversorger Badenova Leckspürer ein, um solche Rohrbrüche frühzeitig zu identifizieren.

Im Leuselhardtweg müssen zwischen 10 und 18 Uhr mehrere Straßenzüge vom Netz genommen werden. Dort floss aus einem Leck Wasser auf die abschüssige Straße und gefror sofort zu einer großen Eisfläche. Etwa 25 Häuser in diesem Wohngebiet waren betroffen und für Stunden ohne Wasser. Die Anlieger haben jedoch mit Verständnis und großer Geduld reagiert. Gegen 18 Uhr am Abend soll der Schaden behoben und die Versorgung des Wohngebietes wieder gesichert sein.

Ein Leitungsleck hat auch in der Basler Straße für aufwändige Reparaturarbeiten gesorgt. Für mehrere Stunden mussten dort insgesamt vier Häuser von der Wasserversorgung abgetrennt werden, darunter auch eine Gaststätte. Der Rohrbruch wurde bemerkt, weil unter den Randsteinen austretendes Wasser auf der Straße sofort gefror und deshalb zur Gefahr für Autofahrer wurde.

Die Badenova-Experten und ein hinzu geholtes Tiefbauunternehmen kamen wegen des tief in den Boden reichenden Frostes nur mit schweren Maschinen an die 1,60 Meter tief im Erdreich liegenden Trinkwasserleitungen heran. Eine Spur der stark befahrenen Basler Straße musste deshalb gesperrt werden.

Bei der Leckstelle handelte es sich um einen glatten Bruch an einer alten Gussleitung. Der starke Frost hat diesen Bruch ausgelöst – möglicherweise an einer vorgeschädigten Stelle, weil sich mit dem Frost starke Spannungen im Erdreich ergeben. Deshalb häufen sich in diesen Tagen kleinere und größere Rohrbrüche. Allein in Lörrach gab es in den letzten drei Tagen fünf Fälle, auch in Rheinfelden mussten die Badenova-Experten mehrfach ausrücken.

Eine extra Schwierigkeit ergibt sich wegen der niedrigen Temperaturen auch für die beteiligten Tiefbaufirmen. Sie können Baugruben nur provisorisch wieder verfüllen und auch keine Teerdecke aufbringen, weil es für den Bitumeneinbau zu kalt ist. Die ausgetauschten Leitungsrohre müssen deshalb fürs Erste mit Isoliermatten ummantelt werden, bis die Baugrube bei wärmeren Temperaturen endgültig geschlossen werden kann.

Badenova überwacht die Trinkwassernetze über ihre Leitwarte und über die Nachtmessungen der Hochbehälter. Dort zeigt sich sofort, ob ungewöhnliche Wassermengen abfließen oder sich der Druck im Netz verändert, so dass auf diese Weise Lecks frühzeitig erspürt werden können. Solange die Temperaturen aber so frostig sind wie in diesen Tagen, und speziell auch dann, wenn der Frost zurückgeht und sich damit wieder Spannungen im Erdreich ergeben, muss aber mit weiteren Rohrbrüchen gerechnet werden. Das ist eine Herausforderung, der sich in diesen Tagen alle Wasserversorger stellen müssen.

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