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Lörrach Drei Tote bei Familiendrama

10.06.2011


Aus Eifersucht tötet ein 59-Jähriger seinen Sohn, den Freund seiner Exfrau und anschließend sich selbst. Die Frau überlebt die Eifersuchtstat schwer verletzt.
Erneut hat sich eine Familientragödie in Lörrach abgespielt. Nach dem Amoklauf am St. Elisabethen-Krankenhaus im September 2010 hat ein 59-jähriger Mann aus Lörrach in der Nacht zum Freitag erst seinen Sohn, anschließend den Lebensgefährten seiner Exfrau und schließlich sich selbst getötet. Die Frau hat die Bluttat mit lebensgefährlichen Verletzungen überlebt.

Gegen 1.45 Uhr sei die Polizei von dem Bewohner eines Mehrfamilienhauses nahe dem Grüttpark im Lörracher Norden verständigt worden, berichtet Dieter Inhofer, Leiter der Staatsanwaltschaft Lörrach. Der Mann erzählte der Notrufzentrale, dass sich seine Nachbarin, die blutüberströmt gewesen sein soll, an ihn gewandt habe: Sie sei von ihrem Exmann angegriffen und schwer verletzt worden. Die Beamten rückten sofort aus, umstellten das Haus und fanden im Hinterhof einen toten Mann. Später stellte sich heraus, dass es sich bei der Leiche um den mutmaßlichen Täter handelt.

Mit schweren Kopfverletzungen wurde die Frau ins Krankenhaus gebracht

Die Frau befand sich zu dieser Zeit in der Obhut ihres Nachbarn. Aufgrund ihrer schweren Kopfverletzungen wurde sie vom Roten Kreuz notversorgt und ins Krankenhaus gebracht. „Sie wurde operiert und liegt derzeit auf der Intensivstation“, sagt Dieter Inhofer. Es handelt sich um eine 37-jährige Frau, die gebürtig aus der Dominikanischen Republik stammt und seit 20 Jahren in Deutschland lebt, wie Kriminalhauptkommissar Uwe Wenk mitteilt. In der Wohnung der Frau entdeckte die Polizei einen weiteren Toten: den 34-jährigen Lebensgefährten der Frau. „Er wies massive Schädelverletzungen auf, die durch einen stumpfen Gegenstand verursacht worden sind“, sagt der Oberstaatsanwalt. Über die Art des Gegenstands schweigen sich die Ermittler derzeit aus. „Details wollen wir noch nicht preisgeben, wir müssen erst alles verifizieren“, sagt Inhofer.

Einen Pistolenknauf, wie zunächst vermutet worden war, schließt er aus. „Wir haben trotz intensiver Suche keine Schusswaffe gefunden, auch unser auf Sprengstoff spezialisierte Suchhund nicht.“ Bei dem Toten hinter dem Haus handelt es sich um den früheren Ehemann der Frau, einen 59-jährigen Deutschen, der sich im Anschluss an seine Bluttaten selbst das Leben nahm. „Er hat sich eine Schlinge um den Hals gelegt und ist vom Balkon aus dem ersten Stock in die Tiefe gesprungen. Dabei zog er sich tödliche Verletzungen zu“, schildert Inhofer.

Sohn starb ebenfalls an schweren Kopfverletzungen

Während die Polizei den Tatort absperrte und Spuren sicherte, suchten Kollegen den 19-jährigen gemeinsamen Sohn des Expaares. Sie fanden ihn tot in der Wohnung seines Vaters. Die Obduktion ergab, dass er ebenfalls an schweren Kopfverletzungen starb. „Wir müssen davon ausgehen, dass der Exmann erst seinen Sohn tötete, dann zur Wohnung seiner Exfrau fuhr, wo er ihren Lebensgefährten umbrachte und sie schwer verletzte, bevor er Selbstmord beging“, fasst Inhofer die Ereignisse zusammen. Da keiner der Nachbarn etwas bemerkt hatte, schließt die Polizei nicht aus, dass der mutmaßliche Täter mit dem Schlüssel des Sohnes, der bei der Mutter gelebt hatte, in die Wohnung eindrang. Auch Stefan Hasenfratz, Hausmeister des Mehrfamilienhauses, habe nicht mitbekommen, was sich in der Wohnung neben seiner abgespielt hat. „Es war ganz ruhig“, erzählt er. Über das Drama in seiner Nachbarschaft möchte er nicht nachdenken. „Komisch, dass so was immer in Lörrach passiert.“

Hass und Eifersucht vermutlich Tatmotive

Als Motiv für die Tat nimmt die Polizei Eifersucht und Hass an. „Es gibt eine Vorgeschichte“, berichtet Inhofer. Das Paar war seit 1991 verheiratet, 2006 folgte die Scheidung. Im selben Jahr wurde der Exmann zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren verurteilt, nachdem er ein Jahr zuvor seine damalige Frau vergewaltigt und schwer misshandelt hatte. 2008 kam er wieder frei. Seitdem wurde er nicht mehr aktenkundig. „Wir haben keine Kenntnisse, warum er jetzt nach so langer Zeit wieder straffällig geworden ist“, sagt Oberstaatsanwalt Inhofer.

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