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Lörrach Car-Sharing bald auch mit E-Autos

Wer am Car-Sharing teilnimmt, hat sich für eine bewusste Mobilität entschieden. Künftig geht das noch umweltgerechter.

Die Stadtmobil Südbaden AG, die in Lörrach das Car-Sharing anbietet, ersetzt drei der aktuell sieben Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor durch Elektroautos. Die Ergebnisse einer Studie vor Ort haben zu diesem Schritt ermutigt. Die Stadt ist als Partnerin mit im Boot, Badenova unterstützt den Umbau mit 121 000 Euro aus seinem Innovationsfonds.

Die Studie, die das Fraunhofer Institut für solare Energiesysteme erstellte, untersuchte, wie die 230 Lörracher Car-Sharer die Autos nutzen. Das Ergebnis: Die am häufigsten gefahrene Distanz beträgt sieben Kilometer, 70 Prozent der Nutzer legen bis zu 32 Kilometer zurück. Für sie alle käme ein Elektrofahrzeug in Frage, das nach dem aktuellen technischen Stand eine Reichweite von (je nach Fahrweise) 80 bis 120 Kilometer hat. Ein Problem sind bislang die Ladezeiten – sie betragen vier bis acht Stunden. Ein modernes Schnellladesystem könnte das auf eine halbe bis eine Stunde reduzieren. Damit wäre, legt man die Standzeiten in Lörrach zugrunde, der Einsatz von E-Autos realistisch. Ein Fragebogen ergab außerdem, dass die Akzeptanz im Kreis der Lörracher Car-Sharer groß ist und dass viele die Möglichkeit begrüßen würden, ein Elektroauto per Car-Sharing auszuprobieren. Ergebnis der Studie war auch ein großes Informationsbedürfnis – die E-Mobilität ist relatives Neuland und entwickelt sich rasant. Es gibt viele Fragen und kaum Vorbilder. Dennoch will sich Stadtmobil Südbaden in Kooperation mit der Stadt auf dieses Terrain wagen.

Erleichtert wird das durch die Unterstützung von Badenova, die mit dem Geld aus den Innovationsfonds etwa die Hälfte der Anschubkosten übernimmt. Der Energiedienstleister fördert Projekte, die innovativ, nachhaltig und beispielgebend sind, sagte Badenova-Mitarbeiterin Anke Held beim Pressegespräch – all diese Kriterien erfülle das Vorhaben von Stadt und Stadtmobil. Die Elektromobile werden voraussichtlich ab Frühjahr 2013 im Einsatz sein. Zwei Fahrzeuge werden am Bahnhof postiert, eines nahe der S-Bahnhaltestelle Museum/Burghof. Das Modell steht noch nicht fest. Man wolle sich in Ruhe die richtigen Fahrzeuge aussuchen, begründete Arne Lüers vom städtischen Fachbereich Straßen/Verkehr/Sicherheit den relativ langen Vorlauf. Badenova bleibt danach noch ein Jahr dabei und begleitet auch die Auswertung der ersten Erfahrungen, erklärte Anke Held.

Das Vorhaben hat Modellcharakter und ist „das erste ernstzunehmende Projekt“ dieser Art, wie Manuela Müller von Stadtmobil erklärte. „So mutig geht eigentlich keiner rein“, bestätigte Michael Nowack, Vorstand von Stadtmobil. Für Bürgermeister Michael Wilke ist der Umbau der Car-Sharing-Flotte auch eine Chance, die Hemmschwelle zu senken, die E-Mobilität noch überwinden muss.

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