Mein

Lörrach Bürgermeisterwahl: Nufer und Wilke im Kampf um das Amt

13.02.2012


Michael Wilke, Projektleiter am trinationalen Umweltzentrum in Weil und Torsten Nufer, Fachbereichsleiter Hochbau, Grünflächen und Umwelt in Offenburg, sind die beiden verbliebenen Kandidaten für die Wahl des neuen Lörracher Bürgermeisters. Diese Vorauswahl wurde am Donnerstag von Vertretern der Gemeinderatsfraktionen und der Verwaltung getroffen.

Das Rennen ist offen, Absprachen oder Koalitionen unter den Fraktionen sind nicht zu erwarten. Während Nufer als Fachmann punktet, steht Wilke eher für das breite Spektrum des Dezernats.

Wenn am kommenden Mittwoch der Gemeinderat zusammentritt, um den Nachfolger für die künftige Landrätin Marion Dammann zu wählen, kommt es zu einem echten Finale. Am Ende eines sogenannten Assessmentcenters, bei dem sich sechs Kandidaten präsentierten und anhand konkreter Aufgaben beweisen mussten, werden nun zwei Bewerber zur Wahl vorgeschlagen: Michael Wilke (46), dessen Kandidatur als erste und bisher einzige öffentlich bekannt war, ist Diplom-Ingenieur und promovierter Gewässerökologe. Beim trinationalen Umweltzentrum Truz mit Sitz in Weil und Außenstelle in Lörrach arbeitet er als Projektmanager, außerdem gehört er als Parteiloser der Grünen-Kreistagsfraktion an. Zweiter Bewerber ist Torsten Nufer (45), der von Insidern in einer leichten Favoritenrolle gesehen wird. Nufer ist Architekt und Verwaltungsmann. In Offenburg ist er für den Fachbereich Hochbau, Grünflächen und Umweltschutz zuständig, bis zur Wahl eines neuen Bürgermeisters im Jahr 2011 hatte auch der Bereich Stadtplanung zu seinem Ressort gehört.“ Das Rennen ist offen“, sagte Torsten Nufer. Und Michael Wilke meinte, der Gemeinderat habe „eine echte Wahl“. Er selbst trete nicht als reiner Baubürgermeister an, das zu besetzende Dezernat habe breiter gefächerte Aufgaben wie Ökologie, Nachhaltigkeit und Sicherheit. „Eine Frage ist etwa auch, wie gehen wir mit Migranten um?“, sagt Wilke.

Mit seinem nicht auf Stadtbau fixierten Hintergrund sieht er selbst sich nach wie vor „vielleicht als eine Art Exot“. Torsten Nufer hingegen setzt auf seine Kompetenz als Architekt und auf seine Verwaltungserfahrung als Fachbereichsleiter in einer ähnlich großen Stadt. „Ich rechne mir Chancen aus - aufgrund meiner Fachlichkeit“, sagt Nufer. Diese Fachkompetenz steht für ihn im Vordergrund. Deshalb lege er „großen Wert auf politische Unabhängigkeit“, betonte Nufer. Der Wahl sehe er optimistisch entgegen.

Derzeit können sich beide Bewerber auf ein knappes Rennen einstellen. So sehen das auch die Fraktionen. Heute wollen sich die Gruppierungen in den Fraktionssitzungen absprechen. Gut möglich, dass es auch danach keine fest gefügten Fraktionsmeinungen gibt. Koalitionen und Absprachen sind ebenfalls nicht zu erwarten. Vermutungen, wonach die Grünen und die Freien Wähler bei der Landratswahl eine Übereinkunft getroffen hätten, die nun eine zugesicherte Unterstützung der Freien Wähler für Michael Wilke zur Folge hätte, träfen nicht zu, betonte Werner Lacher, der Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler. „Das hat es bei der Landratswahl nicht gegeben, das gibt es jetzt auch nicht.“ Die Freien Wähler werden sich am heutigen Montag über die Bürgermeisterwahl unterhalten, und auch Marcel Matt von den Liberalen wollte letzte Woche nicht mehr sagen, als dass sich seine Fraktion noch beraten wird. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Ulrich Heuer räumte ein, dass die CDU zunächst noch einen anderen Kandidaten im Blick hatte. Nun werde die neue Zweierkonstellation noch einmal in der Fraktion besprochen. Für Nufer spreche seine Verwaltungserfahrung, für Wilke die Kenntnisse und Kontakte in der Region. Auch die SPD hat sich nach Angaben des Fraktionsvorsitzenden Günter Schlecht noch nicht festgelegt. Die SPD habe ursprünglich drei Kandidaten im Blick gehabt, nun wolle er vorschlagen, dass Michael Wilke noch einmal in der Fraktion auftritt, sagte Schlecht. Am weitesten fortgeschritten dürfte die Meinungsbildung bei den Grünen sein. Stadtrat Gerd Wernthaler sagte, dass die Fraktion zwar auch erst am heutigen Montag die Situation beraten werde. Michael Wilke, der von Beginn an von den Grünen unterstützt wurde obwohl er sich selbst nicht als rein grüner Kandidat sieht, sei für ihn persönlich der „kompletteste Bewerber“, sagte Wernthaler.

Die Entscheidung fällt am Mittwoch. Die Sitzung beginnt um 17 Uhr. Zunächst stellen sich die Bewerber vor, dann beraten sich die Fraktionen noch einmal und anschließend wird geheim gewählt.

zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden
Schreiben Sie Ihre Meinung
Überschrift
Text


noch 1000 Zeichen


Informiert bleiben:
Bei jedem neuen Kommentar in dieser Diskussion erhalten Sie automatisch eine Benachrichtigung
Unsere Community-Regeln