Das Regierungspräsidium macht wenig Hoffnung auf eine Alternativlösung beim Anschluss an die Zollfreie Straße
Lörrach (ktz) Ein Verkehrskreisel statt der T-Einmündungen an der Lörracher Hammer- und Dammstraße und auch im weiteren Verlauf der Wiesentalstraße sowie der Erhalt der Bäume zwischen Damm- und Weiler Straße und damit eine andere Lösung für den Lärmschutz als Gabionen sind die Wünsche aus dem Gemeinderat an die Straßenplaner des Regierungspräsidiums Freiburg. Auf deren Seite machte Fromund Belz vom Dienstsitz Bad Säckingen der Stadt wenig Hoffnung.
OB Gudrun Heute-Bluhm kündigte zu beiden Themen an, dranzubleiben. Die Besucher vom Regierungspräsidium und mitplanenden Ingenieurbüros wollten im Gemeinderat über den Planungsstand der Weiterführung der B 317/Zollfreie Straße auf Lörracher Seite informieren. „Die Wiesentalstraße im weiteren Verlauf ist nicht unser Thema“, versuchte Belz gleich zu Beginn seiner Ausführungen das Terrain abzustecken. Dass sich das einhalten ließe, hat er wohl selbst nicht angenommen. Belz hatte den Planungsstand der Anschlüsse an Hammer- und Dammstraße erläutert (der Planfeststellungsbeschluss stammt aus dem Jahr 1981). An der Leistungsfähigkeit der Einmündungen mit Ampelsteuerung habe er keinen Zweifel. Belz hob die Bedeutung der B 317 im Bundesfernstraßennetz hervor, was klar machen sollte, dass da auf städtische Wünsche nur bedingt Rücksicht genommen werden könne. Allerdings sei seine Behörde auf die Wünsche der Stadt hinsichtlich Fuß- und Radwegeführung (das sei mit Kreisel nicht so gut zu lösen) und in Gestaltungsdetails eingegangen.
Isabell Hoffmann vom Ingenieurbüro Braun, Pforzheim, erläuterte den geplanten Lärmschutz, rund 440 Meter von der Hammerstraße bis nach den sogenannten Sternhäusern, etwa auf die halbe Strecke zwischen den Einmündungen Damm- und Weiler Straße. Vorgesehen sind Gabionen, das sind Stahlkörbe mit einem Kern aus Sandsäcken, eingepackt in Steine. Damit das nicht eintönig wird, sollen ein Farbwechsel der Steine, in den Kurven an den Einmündungen Acrylglas und auf der gesamten Länge Pflanznischen für Abwechslung sorgen. Da die Gabionenwand auf einem 1,5 Meter breiten Betonsockel sitzt und die ganze Lärmschutzwand auf öffentlichem Grund gebaut werden soll, müssen die Bäume fallen, laut Fachbereichsleiter Jürgen Nef deren 23.
Nachdrücklich forderte Christiane Cyperrek (SPD) eine Alternativplanung, bei der die Bäume stehen bleiben. Auch Dietmar Ferger (Grüne) unterstützte die Forderung nach so viel Grün als möglich. Ulrich Heuer (CDU) kam gleich auf Verkehrskreisel statt der T-Einmündungen zu sprechen. Werner Lacher (Freie Wähler) wies die auf wachsenden Probleme der Wiesentalstraße insgesamt bei steigendem Verkehrsauskommen hin und bedauerte die offensichtliche Unbeweglichkeit der Straßenbaubehörde, etwas zu verändern. Bernhard Escher (CDU) nannte Belz' Auftritt „eine große Enttäuschung“, und berief sich wie Heuer und Lacher auf Regierungspräsident Julian Würtenberger. Dieser hatte Gesprächsbereitschaft angekündigt, wenn das Verkehrsgutachten neue Erkenntnisse bringe.
Auch innerhalb eines planfestgestellten Projektes könne man Varianten aufzeigen, hielt Manfred Steinbach, früher Lörracher Bauamtschef und Bürgermeister in Aalen, dem Straßenbauer vor. Die Lärmschutzwand könne man zum Gehweg verschieben und die Bäume erhalten. Dafür müsse man die Straße zur Wiese hin um einen Meter verbreitern. Dem Gemeinderat riet er, auf Grundlage des Verkehrsgutachtens die Fragen neu zu diskutieren. Die Stadt solle sich bei gleicher Leistungsfähigkeit für die Lösung einsetzen, die für die Stadt die beste sei.
Die Zahlen habe man noch nicht, so OB Heute-Bluhm. Man werde an den Themen Lärmschutz und Kreisel dranbleiben. Fromund Belz hatte wiederholt betont, dass bei allem der Zeitplan zu sehen sei. Anfang 2013 soll die Zollfreie samt der Lörracher Anschlüsse in Betrieb gehen. Die Planungen seien „erst vor kurzem gekommen“, so Heute-Bluhm, „so dass wir jetzt erst diskutieren können“.