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Lörrach Am Flughafen schlagen Sammlerherzen höher

14.02.2012
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Der Euro-Airport Basel-Mulhouse lädt zur großen Luftfahrt-Börse im französischen Flügel

Seine 15 Euro sollte der Swissair-Kleiderbügel schon bringen, schließlich habe man es hier mit einer echten Rarität zu tun, wird dem Interessenten beschieden, der sich das dann aber doch noch einmal überlegen will. Am Stand nebenan wechselt ein Bordaschenbecher nicht den Besitzer, weil der Verkäufer keine Schweizer Franken akzeptiert. Aber wie kann denn das sein, die Grenze ist hier doch nur eine Rolltreppe weit entfernt?

Zum neunten Mal hatte der Euro-Airport (EAP) am Sonntag zur Luftfahrt-Sammlerbörse eingeladen. An die 400 Besucher zählt die Börse im französischen Flügel, die sich weniger dem Geschäft widmet als dem Sammlervergnügen und nicht zuletzt als Tauschtag verstanden sein will, jährlich seit ihrer Gründung im Jahr 2004. Wirklich verdient wird hier nicht unbedingt, wenigstens nicht von Seiten des Flughafens, aus dessen Belegschaft heraus die jährlich im Februar stattfindende Veranstaltung organisiert wird. Sie ist jeweils die erste französische Börse im Jahr. Die Mehrzahl der Aussteller und Besucher kommt aus dem Dreiländereck, einzelne Standbetreiber gehören gleichzeitig zu den Organisatoren und zählen zu den Gründungsmitgliedern des Anlasses. Deren Gedanke sei ganz im Sinne des Flughafens, sagt EAP-Sprecherin Vivienne Gaskell: „Wir wollen ja auch den Austausch zwischen den drei Ländern fördern.“

Erstmals waren 2012 zudem verschiedene Organisationen vor Ort, um für ihre Sache zu werben und möglicherweise neue Sponsoren zu gewinnen. Eine davon, der am EAP beheimatete „Vintage Aircraft Club“, verfolgt das Ziel, ein 1953 beim Start unter der Flagge der British European Airways in Paris Le Bourget beschädigtes Passagierflugzeug zu restaurieren. Schließlich handele es sich dabei um eines der letzten existierenden Exemplare einer „Vickers 600 Viking“. Die Maschine gehörte zur heute im Mulhouser Automobilmuseum gezeigten Sammlung Schlumpf, sollte im Zuge des Umbaus ab 2004 aus Platzgründen aber umziehen. Jean-Marie Bockel, damals noch Maire von Mulhouse und heute Senator für das Südelsass, hat sich dafür verwendet, die Viking am EAP unterzubringen. Zumal das Flugzeug zwischen 1950 und 1960 hier im Auftrag der Basler Balair für Charterflüge stationiert war, habe man dem Wunsch gerne entsprochen, sagt Vivienne Gaskell.

Versteht es sich doch von selbst, dass der Flughafen ein offenes Ohr hat für Luftfahrtbegeisterte jeder Couleur. Dem trägt auch die Sammlerbörse Rechnung, auf der sich, vom Bordporzellan untergegangener Fluggesellschaften angefangen über Flugzeugmodelle, Wimpel, Bücher, Kalender und Postkarten bis hin zu Originalinstrumenten, Uniformen, Aufnähern und Rangabzeichen aber auch wirklich alles findet, was das Sammlerherz begehrt. Und was würde etwa ein historischer Propeller kosten? Da lacht der Händler, der echte von unechten Kaufinteressenten sehr wohl zu unterscheiden weiß: „Schon etwas mehr.“

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