„Das perfekte Model möchte Paula-Helen Mannhardt aus Lörrach werden. Die 21-Jährige hat in der gleichnamigen Fernsehsendung (Vox) die erste Hürde genommen und ist ihrem Ziel, ein international tätiges Mannequin zu werden, ein Stück näher gekommen. Wir sprachen mit ihr darüber.
Wie schafft man den Sprung von Lörrach zu den Aufnahmen in New York?
Ich weiß gar nicht genau, wie ich es geschafft habe, ich glaube einfach mit meiner Natürlichkeit und mit meinem Ehrgeiz, meiner Spontaneität und Professionalität. Ja, ich glaub das war's.
Nach New York nun wieder Lörrach. Wie fühlt sich das an?
Zuhause ist es einfach am schönsten. Das kann nichts ersetzen, keine noch so tolle Stadt der Welt.
Und was machen Sie jetzt Zuhause?
Erst mal ruhe ich mich aus. Ich verbringe Zeit mit meiner Familie, koche schön für meinen Papa, wenn der nach Hause kommt. Einfach so Kleinigkeiten. Ich gehe im Schwarzwald spazieren, so was Entspanntes eben.
Sie waren ja bereits mit sieben Jahren auf einem Cover – Ratgeber Frau und Familie. War es damals schon Ihr Wunsch, Model zu werden?
Es war immer mein Wunsch, irgendwas in diese Richtung zu machen.
Und Sie haben schon vor Ihrer Teilnahme an der Show gemodelt?
Ja, genau.
Erhöht das Ihre Chancen?
Wir haben alle schon Erfahrungen gesammelt im Model-Business, Shootings und Castings gehabt. Vielleicht habe ich ein bisschen mehr Erfahrung.
Welche?
Ich habe das immer schon ein bisschen als Hobby gemacht, neben der Schule her, um ein bisschen Taschengeld zuverdienen. Mit 16 habe ich dann gedacht, das würde ich gern hauptberuflich machen. Außerdem war ich schon öfter im Ausland, zum Beispiel in Amerika und habe dort auch Shootings gehabt und Erfahrungen gesammelt.
Ihr Lebensmotto ist „Kommst Du vorne nicht rein, nimmst Du eben die Hintertür“. Was ist Ihre Hintertür?
Ich möchte ein bisschen die Schauspiel-Richtung einschlagen. Ich will einfach in diesem Business bleiben. Das krasse Gegenteil, Bankerin oder so was, werde ich später sicher nicht. So schön das sein kann – ich bin einfach jemand, der die Leute gerne unterhält, gern im Spotlight steht, nicht aufdringlich, ich mag das einfach. Mein Plan B wäre, nach Los Angeles zu gehen und dort eine Schauspielschule zu besuchen.
Das wollen viele. Haben Sie schon eine Zusage?
Noch nicht ganz, aber so 70 Prozent.
Ist gutes Aussehen im Schauspiel ein Vorteil?
Ja, doch. Sehr. Diese Industrie ist ja sehr oberflächlich, das muss man zugeben. Klar, da hilft gutes Aussehen schon, aber die Menschen müssen es dir ja auch abkaufen, wenn du spielst.
In zehn Jahren wollen Sie Familie und Kinder haben. Lässt sich das mit der Karriereplanung unter einen Hut bringen?
Natürlich würde ich nicht zwei Wochen nach der Geburt schon die nächste Kampagne shooten, ich würde dann sicher ein, zwei Jahre eine Pause nehmen. Das ist dem Kind gegenüber fair. Ich finde es abartig, wenn man sich gleich in die Arbeit stürzt, da verstehe ich manche Supermodels nicht.
Sie essen gerne Pommes. Ist das für Models nicht verboten?
Na ja, ich esse sehr wenig, deswegen kann ich mir auch mal Pommes oder Currywurst gönnen. In Berlin habe ich jetzt auch eine Currywurst gegessen. Das geht mal, weil ich halt nicht frühstücke und nicht zu Mittag esse. Das lasse ich halt alles weg und dann kann ich abends eine richtige Mahlzeit zu mir nehmen.
Disziplin beim Essen ist das Eine. Und was braucht es noch für den Beruf?
Man muss auch damit klarkommen, dass man viele, viele Absagen bekommt. Man darf nicht zu viel weinen im Business. Wenn jetzt zum Beispiel jemand sagt „Du hast eine große Nase“. Man muss eine kleine Mauer aufbauen und sehr hart sein, sehr tough.
Sie sagen, es bringe Sie auf die Palme, wenn andere Menschen sich verstellen. Aber muss man sich als Model nicht ständig verstellen?
Ich werde mich nie verstellen. Mein Papa hat eh gesagt, sobald er merkt, dass ich mich zu sehr verstelle, dann ist Ende – aus die Maus. Dann wird angerufen und gesagt: So, Paula, jetzt reicht's. Meine Eltern haben mir das sehr ans Herz gelegt, dass ich mich ja nicht verstelle, aber da bin ich auch nicht der Typ für. Ich würde nie meine Persönlichkeit runterbuttern, nur damit ich irgendeinen Job bekomme. Entweder akzeptieren mich die Leute so, wie ich bin, oder halt nicht. Ich weiß auch nicht, warum man irgendwann abheben sollte. Jeder hat klein angefangen und niemand sollte vergessen, wo er herkommt.
„Das perfekte Model“ hat auch schlechte Kritiken bekommen.
Kritik gibt es immer. Klar, die Show ist nicht so aufgebaut wie Heidi Klums Show. Heidi macht mehr Brimborium um alles. Aber bei ihr ist es auch alles unrealistischer. Dass die Mädchen zwischen zwei Wolkenkratzern hin- und her laufen. Vox hat mehr eine Dokumentation daraus gemacht, so ist das Modelleben wirklich. Es ist halt einfach nicht so spannend, wie es jetzt bei einer Heidi Klum gezeigt wird.