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Laufenburg/Bad Säckingen Sexuelle Belästigung am Telefon

Laufenburg/Bad Säckingen (msb) Zu 15 Tagessätzen à 15 Euro wurde ein 31-jähriger Binzger vom Amtgericht Bad Säckingen verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Mann über Monate hinweg eine Vermögensberaterin am Telefon sexuell belästigt und terrorisiert hatte. „Durch die Anrufe wurde die Frau einer derartigen psychischen Belastung ausgesetzt, dass sie ihre gesamte Lebensgestaltung umstellte.“

Die Zeugin hatte aus Sicht des Richters den Tathergang glaubhaft und plastisch darstellen können. Auch die Zeugenaussagen von zwei Polizisten ließen aus Sicht von Richter Schumann keinen Zweifel an der Schuld des Angeklagten: „Als Ihre Handys sichergestellt wurden, haben Sie die Tat praktisch eingestanden“, erinnerte Schumann an die Aussage einer Beamtin am ersten Verhandlungstag. Ein Polizeihauptmeister schilderte am zweiten Verhandlungstag, wie die Handynummer zur Anzeige kam und der Besitzer der Handys ermittelt wurde.

Alles wies also auf den Angeklagten hin, der sich am ersten Prozesstag von dem Rechtsphilosophen Jürgen Kron vertreten lassen wollte und nach dessen Ablehnung am zweiten Verhandlungstag den Oberhofer Thomas Meier als Berater mitbrachte. Erneut legte der Angeklagte Anträge vor, die innerhalb kürzester Zeit abgehandelt waren. Richter Schumann wies sie allesamt als unbegründet zurück und verweigerte erneut die Genehmigung des Rechtsphilosophen Kron als Rechtsbeistand.

Aber obwohl Richter Schumann von der Schuld des Angeklagten überzeugt war, blieb er unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die 20 Tagessätze à 30 Euro forderte. Als strafmildernd wertete er, dass die Zeugin sich inzwischen wieder auf dem Weg der Besserung befinde. Außerdem hatte der Angeklagte bislang eine weiße Weste und die Anrufe haben aufgehört, als die Ermittlungen begannen. Somit sah es Richter Schumann als gerechtfertigt an, dass Strafmaß auf 15 Tagessätze, also „strafrechtlich an den unteren Rand“ festzulegen. Der Angeklagte selbst will dieses Urteil hingegen nicht akzeptieren. Sein Plädoyer, verlesen durch Thomas Meier, bestand auch nur aus dem Antrag auf Wiederaufnahme der Beweisaufnahme, der ebenfalls abgewiesen wurde. Meier kündigte im Anschluss an die Verhandlung an, dass der Angeklagte umgehend Revision beantragen wird.

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