In zwei öffentlichen Veranstaltungen am heutigen Montag und am morgigen Dienstag informiert das Schweizer Bundesamt für Energie (BfE) die deutschen Bürger über mögliche Standorte für Oberflächenanlagen im Zusammenhang mit der Suche nach einem Atommülllager für hoch- und mittelaktiven Atommüll.
In Hohentengen sind die Bürger insbesondere der Gemeinden Küssaberg, Klettgau, Dettighofen, Jestetten, Lottstetten und Hohentengen heute um 19 Uhr in die Gemeindehalleeingeladen. Am Dienstag in Laufenburg (Baden) findet ebenfalls um 19 Uhr in der Rappensteinhalle eine Veranstaltung für die Bürger vor allem aus Bad Säckingen, Murg, Albbruck sowie Laufenburg statt. Alle zehn genannten deutschen Gemeinden befinden sich in unmittelbarer Nähe eines möglichen Endlagers.
Die 20 vorgeschlagenen Standorte waren am 20. Januar von der Nationalen Gesellschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) veröffentlicht worden. 15 der 20 Standorte liegen nur zwischen 100 Meter und 8 Kilometer, weitere vier Standorte zwischen 15 und 25 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt.
„Die Oberflächenanlagen der Atommülllager beherbergen ein erhebliches Gefahrenpotenzial. Da die Anlagenstandorte alle im grenznahen Bereich entstehen sollen, fordern wir eine umfassende Beteiligung auch der deutschen Bürgerinnen und Bürger über die bisherigen Sitze in den regionalen Begleitkommissionen hinaus“, so Berthold Frieß, Landesgeschäftsführer des BUND.
Besonders brisant sei der als „Verpackungsanlage“ bezeichnete Teil der Oberflächenanlagen. In dieser riesigen Halle von zirka 100 mal 50 mal 18 Metern sollen die hochradioaktiven Brennelemente aus den angelieferten Transport-Castoren herausgezogen und in die speziell angefertigten Endlager-Behälter versenkt werden. „Das Strahlenpotenzial in der Anlage ist Vergleichbar mit dem eines Atomkraftwerkes. Zugleich ist das Gefährdungspotenzial bei einem Unfall größer, da diese Hallen nicht durch einen Sicherheitsbehälter mit Betonhülle geschützt sind. Hier muss nachgearbeitet werden“, fordert Frieß.