Laufenburg Liedermacher Pippo Pollina füllt die Laufenburger Stadthalle

Mit seinem neuen Programm „Il sole che verrà“ kam der sizilianische Liedermacher in der Laufenburger Stadthalle nach einer zweijährigen Auszeit wieder gut an.

Er gilt aktuell als der mit Abstand spannendste Musiker der Schweiz: Nein, nicht Pippo Pollina, sondern sein Sohn Julian Pollina alias Faber. Der junge Schweizer mischt die Musikwelt auf und ist ebenso eine Rebellenfigur wie sein Herr Papa, der sizilianische Cantautore, der seit 35 Jahren im Musikgeschäft ist und am Sonntag die Laufenburger Stadthalle bis auf den letzten Platz füllte.

„Rebell und Poet“ – unter diesem Zeichen tourt Pippo Pollina nach zweijähriger Auszeit wieder. Im Gegensatz zu seinem wilden, rebellischen, politisch unkorrekten und provozierenden Sohnemann ist der Vater politisch korrekt, poetisch, aber nicht unkritisch. Der jugendlich wirkende Pop-Poet, der nächstes Jahr 55 Jahre alt wird und das Geburtstagskonzert im Volkshaus Zürich schon jetzt groß ankündigt, erhebt seine Stimme zu politischen Themen.

Seine neue CD und sein Programm „Il sole che verrà“ weisen ihn endlich als einen der besten und wichtigsten italienischen Liedermacher aus. Vor den fast 500 Fans tritt Pippo Pollina wie immer sehr liebenswert als sympathischer Rebell auf, als charismatischer Sänger, der um sich eine magische Aura verbreitet, wenn er auf deutsch das Publikum animiert, mit schöner, balsamischer Stimme italienisch oder zweisprachig singt.

Während der 24-jährige „Faber“ gerne mal unter die Gürtellinie geht, bezieht der 1963 in in Palermo geborene Wahl-Schweizer Pippo Pollina auf seine Art als Künstler politisch Position. Und zwar mit sehr poetischen, tiefgründigen Texten und lebensfrohen, hoffnungsvollen Liedern sowie gefühlvollen Piano-Balladen.

Diese Musik ist für viele ein Lichtblick wie die Sonne. Pippo Pollinas Lieder drehen sich um Hoffnung in schwierigen Zeiten, und der Italiener verbreitet Zuversicht. Aber eitel Sonnenschein ist bei dieser unsicheren Weltlage nicht das Thema von Pollina. Er hat aber typisch positive Botschaften auf Lager.

Besonders imponiert hat ihm der im vergangenen Jahr verstorbene Boxchampion und Menschenrechtler Muhammad Ali, für den er ein Lied geschrieben hat, weil ihm dessen Einsatz für die Rechte der Schwarzen imponiert hat. Auch das Erlebnis einer Kuba-Reise hat ihn zu einem „Divertimento latino“ inspiriert.

Das Meer fasziniert den Sizilianer von jeher, das hört man in dem Song „E laggiù le lampare“, eine gefühlvolle Ballade über das Meer, die er auf der CD zusammen mit der norwegischen Jazzsängerin Rebekka Bakken aufgenommen hat, in Laufenburg aber alleine singt, mit eingespielter Stimme und Video von seinem Duett mit ihr.

Mit seiner perfekt auf ihn eingestimmten Band, dem Palermo Acoustic Quintet, singt er noch das ältere „Mare, Mare, Mare“ und den Dauerbrenner „Camminando“, der ihn seit 31 Jahren begleitet und (fast) bei jedem Konzert erklingt. In dem italienisch-bayerischen politischen Protestsong von seinem letzten „Süden“-Programm hat der angesagte Musiker aus dem Nachbarland wieder eine Botschaft und ein Sendungsbewusstsein, das bei Pippo Pollina dazugehört.

Bei der obligatorischen und ultimativen Zugabe, dem Partisanenlied „Bella Ciao“, hält es das Publikum nicht mehr auf den Stühlen. Eine Stimmung wie bei einem Rockkonzert.

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