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Laufenburg Energietisch: Wie der Ausstieg aus der Kohlekraft gelingt

Beim Energietisch der Grünen diskutierten die Teilnehmer über das Ende der Kohlekraftwerke und die Umsetzung der Klimaschutzziele.

Laufenburg/Hauenstein (her) In einem waren sich die 16 Teilnehmer des ersten Energietisches von Bündnis 90/Die Grünen im Gasthaus Adler einig: Der Ausstieg aus den noch in Betrieb befindlichen Kohlekraftwerken muss in den nächsten 20 Jahren erfolgen. Ohne diesen sind die Klimaschutzziele, zu denen sich die Bundesregierung bei dem in Marrakesch vorgelegten Klimaschutzplan verpflichtet hat, nicht zu erreichen. Von 902 Millionen Tonnen Treibhausgas im Jahre 2014 will man diese bis zum Jahr 2030 auf 562 Millionen Tonnen reduzieren. Dazu tragen die erneuerbaren Energien, die bereits 34 Prozent zur Stromversorgung in Deutschland und zu einem wachsenden Stromexport, bei.

Um die Klimaschutzziele zu erreichen, hatte der Experte der Grünen, Martin Lohrmann, hierfür einen Vierpunkte-Plan, der innerhalb der nächsten 20 Jahre umgesetzt werden soll, parat: Dialog zu Kohleausstieg starten (1), Beschluss des Deutschen Bundestages zum Ausstieg aus der Kohleverstromung herbeiführen (2), Kommission Kohleausstieg herbeiführen (3) und neue Kohletagebaue verbieten (4). Er bemängelte, dass die Bundesregierung keinen Fahrplan vorgelegt habe, wie die Ziele erreicht werden sollen.

In der anschließenden Diskussion gingen die Meinungen, wie die Grünen im Wahlkampf die Bürger von der Umsetzung der Klimaschutzziele überzeugen können, weit auseinander. So sieht Bundestagskandidat Ulrich Martin Drescher in der regionalen Erzeugung von erneuerbaren Energien, wie dies beispielsweise durch Bürgerenergie-Genossenschaften wie die EWS in Schönau geschieht, einen gangbaren Weg, um die Bevölkerung ins Boot zu holen. Eine Teilnehmerin beklagte, dass die detaillierten Ausführungen von Martin Lohrmann sie eher verwirrten, als dass sie darin einen konkreten Ausstiegsplan erkennen konnte. Nur wenn die Bürger verstehen, wie sie von dem Klimawandel betroffen sind und was sie tun können, um die Klimaschutzziele zu erreichen, dann würden sie sich auch entsprechend politisch engagieren. Ein anderer Teilnehmer sah es ähnlich. Man müsse die gewaltigen Zahlen auf die einzelnen Regionen herunter brechen und so vom Kopf auf die Füße stellen. Wenn in Häusern beispielsweise zwei Windräder abgelehnt werden, weil sie nicht in die Landschaft passen oder das Pumpspeicherkraftwerk Atdorf von Herrischried abgelehnt wird, müssten dann die Bürger in der Region sagen, wie sie die fehlende Energie statt dessen umweltverträglich erzeugen wollen. Ein anderer Teilnehmer am Energietisch bemängelte, dass gerade in Baden-Württemberg und speziell im Landkreis Waldshut, die Genehmigung von Kleinkraftwerken, wie sie beispielsweise in Hausen im Wiesental gebaut worden sind, aus fadenscheinigen Gründen, blockiert würden.

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