Kultur Hochrhein Heiße und fettige Beats aus dem Brotkorb
Fettes Brot begeisterten das Publikum im Züricher Volkshaus. Bild: Bild: Huwiler
Laut, frech und mitreißend sind die Songs des Hamburger Power-Rap-Trios Fettes Brot, die bereits seit 1992 fester Bestandteil und daher nicht mehr aus der deutschen Rapszene wegzudenken sind. Erst im November verkündeten das Management der Band trotz unermüdlicher Chartplatzierungen ab 2011 eine „Schaffenspause auf unbestimmte Zeit“ an. Es könnte also sein, dass fette Beats aus der Feder der drei Hamburger, als täglich Brot für Fans in Zukunft ausbleiben werden. Umso wertvoller war es also, am vergangenen Mittwoch einer der Glücklichen zu sein, die das vorletzte Konzert der Tour in Zürich erleben durften.
Das Event im Züricher Volkshaus war restlos ausverkauft und gefüllt mit einer tosenden Menge, die hüpfend das „Erdbeben“ auch nach Zürich brachte, sich mit „Emanuela“ und „Bettina“ in Ekstase tanzte und sich im Rahmen des Fettes-Brot-Hits „Können diese Augen lügen“ ungelogen einig war: „Meine Lieblingsband die heißt Fettes Brot – Alle andern' Bands, die find ich doof.“ – Ja so sind die drei Musiker Björn Beton, König Boris und Doktor Renz, frech, charmant und wenn es sein muss, fordern sie ihr Publikum auch mal zu solch bescheidenen Aussagen auf.
Doch nicht nur Party-Hits, oder „Disco-Peitschen“, wie die Band ihre Gutelaune-Macher selbst bezeichnet, waren auf der Bühne vertreten. Mit Songs wie „Kontrolle“ und spitzen Bemerkungen, wie „Achtung, wir müssen nett zum Publikum sein, sonst werden wir noch ausgeschafft“ wurden Kontrollstaat und Ausschaffungsinitiative gehörig auf den Arm genommen.
Der aktuelle Chart-Hit der „Nordish-by-Nature-Fraktion“, der sich bereits seit fast einem Monat unter den Top-Ten befindet, ist das melodische Liebeslied „Amsterdam.“ Die Fans zückten eifrig ihre Feuerzeuge, so verwandelte sich die Menge in einer ruhigeren Minute, in ein schunkelndes Lichtermeer.
