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Kultur Hochrhein Chor brilliert mit Mozarts Heldenepos

03.08.2011


Das heroische Drama „Thamos, König in Ägypten“ spielt in der Sonnenstadt Heliopolis um 3000 v. Chr.

Sonnentempel, Sonnenjungfrauen, Sonnenpriester, aber auch um böse Frauen, Helden und eine Liebesgeschichte kommen darin vor. Das hört sich bekannt an, zumal auch die Namen sehr ähnlich klingen wie in der „Zauberflöte“ (Thamos/Tamino, Sethos/Sarastro). Mozarts Heldendrama ist auch so etwas wie die Feuerprobe für die ungleich populärere Freimaurer-Oper.

Das selten aufgeführte große Chor-Orchesterwerk hatte der Motettenchor Lörrach zum „Stimmen“-Festival einstudiert, es erklang im Burghof konzertant als Melodrama – und wurde zum Ereignis. Seinerzeit war das Stück nicht sehr erfolgreich, aber Mozart meinte, „es müsste nur bloß der Musik wegen aufgeführt werden“. Die Spielhandlung musste man sich dazu denken (ein Sprecher, der die verbindenden Zwischenaktmusiken kommentiert hätte, wäre wünschenswert gewesen). So waren die beiden Chorsätze und die Bühnenmusik zum Schauspiel, fünf Instrumentalstücke, allein zu hören. Zwar finden sich in der Partitur keine expliziten Solopartien, und man könnte das ganze Stück durchaus chorisch machen – doch Chorleiter Stephan Böllhoff besetzte heikle Chorpartien der Priester und Jungfrauen solistisch mit professionellen Sängern, was den Choristen sicher nicht unlieb gewesen sein dürfte.

Mit seiner Sängerriege tat er einen guten Griff: Die vier Gesangssolisten Claudia Götting (Sopran), Sibylle Kamphues (Alt), Hans Jörg Mammel (Tenor) und Markus Volpert (Bass) agierten in schlankem Timbre. Eine echte Mozart-Entdeckung.

Was ein berühmter Dichter und ein berühmter Komponist über ein heidnisches Frühlingsfest fantasierten, hörte man dann in Mendelssohns Kantate „Die erste Walpurgisnacht“ nach Goethe. In diesem Werk bekam der sich in guter Verfassung präsentierende Motettenchor einige Nüsse zu knacken, vor allem in dem Chor der Wächter („Kommt mit Zacken und mit Gabeln“), wo deutliche Chorpräsenz gefragt war.

Bei diesem musikalischen Hexenspuk herrschte auch im Orchester ein richtiger Theaterdonner mit Pauken und Becken. An solchen klangmalerischen Stellen erwies sich das engagiert aufspielende Barockorchester „L'arpa festante“ aus München als wahrer Glücksgriff. (js)

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