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Küssaberg Sie schickt Bücher auf Reisen

10.08.2012
Küssaberg -  Franziska Reiser ist passionierte Bookcrosserin. In Rheinheim hat Franziska Reiser vor zwei Jahren eine Bookcrossing Station im örtlichen Supermarkt eingerichtet.

Franziska Reiser setzt Bücher aus. Sie ist per Zufall auf Bookcrossing gestoßen.  Bild: Denz

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Ein sonniger Tag am Rheinufer. Auf einer Bank liegt ein Buch, man möchte meinen, jemand habe es dort vergessen. Doch was wie Zufall aussieht, ist pure Absicht. Das Buch ist auf der Suche nach einem neuen Besitzer. Ein Fußgänger entdeckt das Werk, liest den Klappentext – und steckt es ein. So, oder so ähnlich könnte eine typische Bookcrossing-Situation aussehen. Dabei entlassen Leser ihre Schätze „in die Wildnis“ und sammeln selbst wieder Bücher ein. Im Café, beim Arzt, am Strand – oder eben auf einer Parkbank. Rund 1.2 Millionen Menschen weltweit lassen geschätzte 9.2 Millionen Bücher in 132 Ländern frei.

Eine Registration auf www.bookcrossing.com ermöglicht die Nachverfolgung des Reisewegs von jedem Buch. Das funktioniert, weil in jedes Buch eine Identifikations-Nummer geklebt oder geschrieben wird – oft mit der Erklärung: „Nimm mich mit, lies mich und lass mich wieder frei.“ Was 2001 als kleine Bewegung in den USA begonnen hat, nimmt nunmehr Züge eines sozialen Netzwerkes an.

In Rheinheim hat Franziska Reiser vor zwei Jahren eine Bookcrossing Station im örtlichen Supermarkt eingerichtet. Allerdings mit einer Besonderheit, dort können nur Bücher mitgenommen werden, um das „Freilassen“ muss sich der jeweilige Finder selbst kümmern. Nach Stuttgart und Tübingen liegt Rheinheim in der Baden-Württemberg Statistik derzeit auf Platz drei, was die Anzahl der ausgesetzten Bücher angeht. Franziska Reiser betreibt seit 12 Jahren ein Online-Antiquariat in der Schweiz und ist per Zufall auf Bookcrossing gestoßen. Für sie die optimale Ergänzung um Bücher, die bei ihr nicht in den Verkauf kommen, wieder weiterzugeben. Zwei- dreimal in der Woche füllt sie das Bücherregal im Supermarkt wieder auf, mit großem Erfolg: „Vor allem Romane und Kinderbücher finden großen Anklang.“

Vor ihrer eigenen Haustüre hat die vierfache Mutter eine Büchersammelbox eingerichtet, dort kann man gelesene Bücher abgeben. Dass viele Menschen ausgediente Bücher nicht einfach wegschmeißen, beweist die Tatsache, dass Franziska Reiser an Spitzentagen bis zu 800 Kilogramm Bücher vor der Haustüre liegen hat. Inzwischen hat die passionierte Bookcrosserin noch weitere Zonen am Hochrhein eingerichtet. Neben Zurzach und Rietheim findet sich auch in der Gemeinschaftszollanlage Waldshut-Koblenz eine Bookcrossingzone, diese ist vor allem für Beamte oder wartende LKW Fahrer gedacht.

Wohin ihre Bücher reisen verfolgt Franziska Reiser inzwischen nicht mehr: „Der Aufwand wäre einfach zu groß, für jede Registrierung erfolgt eine Mail – mein Postfach würde überquellen.“ Noch ist die Anzahl der registrierten Bookcrosser am Hochrhein nicht allzu hoch, in Küssaberg sind es vier, in Bad Säckingen elf, in Waldshut 15, und in Weil am Rhein 19. Doch Franziska Reiser hofft darauf, dass sich der Spaß am Bookcrossing verbreitet. „Es wäre schön, wenn man regelmäßige Bookcrosser-Treffen am Hochrhein einführen könnte.“

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